Nut­zungs­be­schrän­kun­gen im Teil­ei­gen­tum durch den pla­nen­den Archi­tek­ten?

Ein­tra­gun­gen des pla­nen­den Archi­tek­ten in den Geneh­mi­gungs­plä­nen kommt in der Regel nicht dadurch die Bedeu­tung einer Zweck­be­stim­mung mit Ver­ein-barungs­cha­rak­ter zu, dass die­se Plä­ne für den Auf­tei­lungs­plan genutzt wer­den.

Nut­zungs­be­schrän­kun­gen im Teil­ei­gen­tum durch den pla­nen­den Archi­tek­ten?

Jeder Woh­nungs- und Teil­ei­gen­tü­mer ist berech­tigt, mit den in sei­nem Son­der­ei­gen­tum ste­hen­den Gebäu­de­tei­len nach Belie­ben zu ver­fah­ren, soweit nicht das Gesetz oder Rech­te Drit­ter ent­ge­gen­ste­hen, § 13 Abs. 1 WEG. Der­ar­ti­ge Rech­te kön­nen sich nament­lich aus Gebrauchs­re­ge­lun­gen der Eigen­tü­mer i.S.v. § 15 Abs. 1 WEG erge­ben. Inso­weit kom­men Ver­ein­ba­run­gen gem. § 10 Abs. 2 Satz 2 WEG und damit auch in der Tei­lungs­er­klä­rung getrof­fe­ne Rege­lun­gen, § 8 Abs. 2, § 5 Abs. 4 Satz 1 WEG, in Betracht. So liegt es mit Nut­zungs­be­schrän­kun­gen in der Tei­lungs­er­klä­rung, denen der Cha­rak­ter einer Ver­ein­ba­rung zukommt.

Ob es sich so ver­hält, ist durch Aus­le­gung der Tei­lungs­er­klä­rung fest­zu­stel­len. Da die Tei­lungs­er­klä­rung Bestand­teil der Ein­tra­gung in das Grund­buch ist, hat die Aus­le­gung nach objek­ti­ven Gesichts­punk­ten zu erfol­gen 1.

Bei der Aus­le­gung der Tei­lungs­er­klä­rung ist von deren Wort­laut aus­zu­ge­hen. Anga­ben in dem Auf­tei­lungs­plan kommt allen­falls nach­ran­gi­ge Bedeu­tung zu. Auf­ga­be des Auf­tei­lungs­plans ist es nach § 7 Abs. 4 Nr. 1 WEG, die Auf­tei­lung des Gebäu­des sowie die Lage und Grö­ße des Son­der­ei­gen­tums und der im gemein­schaft­li­chen Eigen­tum ste­hen­den Gebäu­de­tei­le ersicht­lich zu machen 2, und nicht, die Rech­te der Woh­nungs- und Teil­ei­gen­tü­mer über die Bestim­mung der Gren­zen des jewei­li­gen Eigen­tums hin­aus zu erwei­tern oder zu beschrän­ken 3.

Wer­den Geneh­mi­gungs­plä­ne als Grund­la­ge der Dar­stel­lung der Auf­tei­lung des Gebäu­des benutzt, kommt Ein­tra­gun­gen des pla­nen­den Archi­tek­ten in die­se Plä­ne daher grund­sätz­lich nicht die Bedeu­tung einer Nut­zungs­be­schrän­kung zu 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Janu­ar 2010 – V ZR 40/​09

  1. st. Rspr., vgl. BGHZ 139, 388, 392; 160, 354, 361 f.[]
  2. BayO­bLG ZfIR 2000, 554, 555[]
  3. Wen­zel in Bär­mann, WEG, 10. Aufl., § 15 Rdn. 9; Jennißen/​Weise, WEG, § 15 Rdn. 7[]
  4. st. Rechtspr., vgl. OLG Schles­wig NZM 1999, 79, 80; BayO­bLG ZfIR 2000, 554, 555; OLG Düs­sel­dorf NJW-RR 2000, 1400, 1401; OLG Ham­burg ZMR 2003, 446; OLG Zwei­brü­cken, NJW-RR 2005, 1540; OLG Hamm NZM 2007, 294, 295[]