Objek­ti­ve Kla­ge­häu­fung – und die hin­rei­chen­de Indi­vi­dua­li­sie­rung

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs muss der Klä­ger im Fal­le der Gel­tend­ma­chung meh­re­rer selb­stän­di­ger Ansprü­che die­se hin­rei­chend indi­vi­dua­li­sie­ren und durch ihre Kenn­zeich­nung von ande­ren Ansprü­chen so unter­schei­den und abgren­zen, dass der Schuld­ner erken­nen kann, wel­cher Anspruch oder wel­che Ansprü­che gegen ihn gel­tend gemacht wer­den, damit er beur­tei­len kann, ob und in wel­chem Umfang er sich dage­gen zur Wehr set­zen will.

Objek­ti­ve Kla­ge­häu­fung – und die hin­rei­chen­de Indi­vi­dua­li­sie­rung

Andern­falls steht der Streit­ge­gen­stand nicht fest, so dass die Kla­ge unzu­läs­sig und das Urteil nicht der mate­ri­el­len Rechts­kraft fähig ist [1].

Nach die­sen Maß­ga­ben bestan­den für den Bun­des­ge­richts­hof im hier ent­schie­de­nen Fall gegen die Zuläs­sig­keit der Kla­ge kei­ne Beden­ken. Der Klä­ger hat die Rück­zah­lung der bei­den Kauf­prei­se von 21.057, 14 € und 1.019, 87 € in vol­ler Höhe begehrt und sich ledig­lich die Aus­schüt­tun­gen anrech­nen las­sen. Dass er die­se nicht auf die bei­den Ein­zel­for­de­run­gen auf­ge­teilt hat, ist unschäd­lich. Da die Aus­schüt­tun­gen pro Fonds­an­teil gleich hoch sind und deren Höhe für die Beklag­te ohne Schwie­rig­kei­ten zu ermit­teln ist, wenn sie ihr nicht ohne­hin bekannt sind, lässt sich die Auf­tei­lung ohne wei­te­res durch eine ein­fa­che Berech­nung vor­neh­men.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 24. März 2015 – XI ZR 278/​14

  1. vgl. nur BGH, Urtei­le vom 18.11.1993 – IX ZR 244/​92, BGHZ 124, 164, 166; und vom 17.10.2000 – XI ZR 312/​99, WM 2000, 2375, 2376 f.[]