Ord­nungs­mä­ßi­ge Ver­wal­tung des Woh­nungs­ei­gen­tums

Der Anspruch des Woh­nungs­ei­gen­tü­mers auf ord­nungs­mä­ßi­ge Ver­wal­tung ist grund­sätz­lich unver­jähr­bar.

Ord­nungs­mä­ßi­ge Ver­wal­tung des Woh­nungs­ei­gen­tums

Ist eine Maß­nah­me im Inter­es­se einer ord­nungs­mä­ßi­gen Ver­wal­tung not­wen­dig, erfor­dert die­se stän­dig ihre Durch­füh­rung. So wird der Abschluss not­wen­di­ger Ver­si­che­run­gen (§ 21 Abs. 5 Nr. 3 WEG) nicht etwa dadurch ent­behr­lich, dass sol­che Ver­si­che­run­gen bis­her nicht abge­schlos­sen wor­den sind. Das Gemein­schafts­ei­gen­tum muss instand­ge­setzt wer­den (§ 21 Abs. 5 Nr. 2 WEG), auch wenn die Instand­set­zungs­be­dürf­tig­keit schon län­ger als drei Jah­re andau­ert. Eine sol­che gleich­sam stän­dig neu ent­ste­hen­de Dau­er­ver­pflich­tung kann nicht ver­jäh­ren [1]. Dies folgt auch aus Sinn und Zweck der Ver­jäh­rungs­vor­schrif­ten.

Die Ver­jäh­rung soll den Schuld­ner davor schüt­zen, wegen län­ger zurück­lie­gen­der Vor­gän­ge in Anspruch genom­men zu wer­den, die er nicht mehr auf­klä­ren kann, weil ihm Beweis­mit­tel für etwa begrün­de­te Ein­wen­dun­gen abhan­den­ge­kom­men oder Zeu­gen nicht mehr auf­find­bar sind [2]. Die­se Erwä­gun­gen tref­fen eben­so wenig wie auf den unver­jähr­ba­ren Män­gel­be­sei­ti­gungs­an­spruch des Mie­ters [3] auf den Anspruch des Woh­nungs­ei­gen­tü­mers auf ord­nungs­mä­ßi­ge Ver­wal­tung nicht zu. Eine Beweis­not der in Anspruch genom­me­nen Woh­nungs­ei­gen­tü­mer ist aus­zu­schlie­ßen. Denn der ein­zel­ne Woh­nungs­ei­gen­tü­mer will mit der Durch­set­zung des Anspruchs nach § 21 Abs. 4 WEG eine ord­nungs­ge­mä­ße Ver­wal­tung für die Zukunft sicher­stel­len [4].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. April 2012 – V ZR 177/​11

  1. Schmid, WuM 2010, 655, 657; ders., DWE 2009, 2, 3[]
  2. BGH, Urteil vom 17.02.2010 VIII ZR 104/​09, BGHZ 184, 253 Rn. 18; Urteil vom 20.04.1993 X ZR 67/​92, BGHZ 122, 241, 244[]
  3. vgl. hier­zu BGH, Urteil vom 17.02.2010 VIII ZR 104/​09, BGHZ 184, 253[]
  4. Mer­le in Bär­mann, WEG, 11. Aufl., § 21 Rn. 48[]