Par­tei­spen­den in der Insol­venz des Spen­ders

Par­tei­spen­den kön­nen in der Insol­venz des Spen­ders zurück gefor­dert wer­den. Wie jetzt das Ober­lan­des­ge­richt Cel­le urteil­te, kann ein Insol­venz­ver­wal­ter eine frü­he­re Par­tei­spen­de des Insol­venz­schuld­ners anfech­ten und von der Par­tei Rück­zah­lung ver­lan­gen.

Par­tei­spen­den in der Insol­venz des Spen­ders

Dem Fall lie­gen vier Par­tei­spen­den aus dem Jah­re 2003 im jeweils mitt­le­ren vier­stel­li­gen Bereich zugrun­de. Nach­dem der Spen­der in Insol­venz gera­ten war, berief sich der Insol­venz­ver­wal­ter auf eine Rege­lung in der Insol­venz­ord­nung, die es erlaubt, Geschen­ke bis zu einem Zeit­raum von 4 Jah­ren vor Insol­venz­eröff­nung zurück­zu­for­dern.

Die Par­tei lehn­te die Zah­lung mit der Begrün­dung ab, die Aus­nah­me­re­ge­lung für ein "gebräuch­li­ches Gele­gen­heits­ge­schenk" sei unter Berück­sich­ti­gung der ver­fas­sungs­mä­ßi­gen Rol­le von Par­tei­en weit aus­zu­le­gen. Außer­dem sei die Par­tei "ent­rei­chert", weil das gesam­te Geld für eine Anzei­gen­kam­pa­gne vor der Land­tags­wahl aus­ge­ge­ben wor­den sei, die ohne die Spen­de nicht hät­te finan­ziert wer­den kön­nen.

Das Land­ge­richt Han­no­ver hat die Kla­ge in ers­ter Instanz abge­wie­sen, weil es den Ein­wand der Ent­rei­che­rung als erwie­sen ansah. Es kön­ne der beklag­ten Par­tei auch nicht vor­ge­wor­fen wer­den, dass sie die dama­li­gen Unter­la­gen nicht auf­ge­ho­ben habe und die aus­ge­ge­be­nen Beträ­ge nun­mehr nicht mehr im Ein­zel­nen bele­gen kön­ne.

Die­ser Argu­men­ta­ti­on ist das OLG im Ergeb­nis nicht gefolgt. Die Par­tei sei nicht von ihrer Pflicht befreit, die Ent­rei­che­rung nach­voll­zieh­bar zu begrün­den. Sie hät­te kon­kret dar­le­gen müs­sen, in wel­cher Höhe die im Vor­feld der Wahl gesam­mel­ten Spen­den für die geplan­te Anzei­gen­kam­pa­gne ver­wen­det wur­den. Schwie­rig­kei­ten bei der Doku­men­ta­ti­on sei­en ver­ständ­lich. Dies kön­ne im Pro­zess aber nicht zu Las­ten der Gegen­sei­te gehen.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Urteil vom 9. Juli 2009 – 13 U 18/​08