Pau­scha­le Bezug­nah­me auf außer­ge­richt­li­che Schrift­stü­cke

Eine aus­rei­chend bestimm­te Anga­be des Gegen­stands und Grun­des des erho­be­nen Anspruchs ergibt sich nicht durch den Ver­weis auf die Akte eines außer­ge­richt­li­chen Ver­fah­rens. Um die Vor­aus­set­zun­gen des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO durch eine Bezug­nah­me auf ande­re Schrift­stü­cke und sons­ti­ge Anla­gen zu erfül­len, ist es erfor­der­lich, dass die kon­kret zu bezeich­nen­den Schrift­stü­cke dem Gericht mit der Kla­ge­schrift vor­ge­legt wer­den.

Pau­scha­le Bezug­nah­me auf außer­ge­richt­li­che Schrift­stü­cke

Die pau­scha­len Bezug­nah­men auf den Ein­lei­tungs­ver­merk in einem Ermitt­lungs­ver­fah­ren und die straf­recht­li­che Ermitt­lungs­ak­te rei­chen – unge­ach­tet der Fra­ge einer mög­li­chen Prä­k­lu­si­on – inso­weit nicht aus. Zur Indi­vi­dua­li­sie­rung ihres Anspruchs hät­te es der Klä­ge­rin oble­gen, den not­wen­di­gen Sach­vor­trag zu hal­ten und zum Beleg auf kon­kre­te Schrift­stü­cke Bezug zu neh­men [1].

Es ist nicht Auf­ga­be des Gerichts, eine umfang­rei­che staats­an­walt­schaft­li­che Ermitt­lungs­ak­te bei­zu­zie­hen und die­se für die Klä­ge­rin aus­zu­wer­ten, um die tat­säch­li­chen Anknüp­fungs­punk­te zu ermit­teln, auf die die von der Klä­ge­rin begehr­te Fest­stel­lung gestützt wer­den könn­te [2]. Eine aus­rei­chend bestimm­te Anga­be des Gegen­stands und Grun­des des erho­be­nen Anspruchs ergibt sich nicht durch den Ver­weis auf die Akte eines außer­ge­richt­li­chen Ver­fah­rens. Um die Vor­aus­set­zun­gen des § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO durch eine Bezug­nah­me auf ande­re Schrift­stü­cke und sons­ti­ge Anla­gen zu erfül­len, ist es erfor­der­lich, dass die kon­kret zu bezeich­nen­den Schrift­stü­cke dem Gericht mit der Kla­ge­schrift vor­ge­legt wer­den [3]. Dem war die Klä­ge­rin im hier ent­schie­de­nen Fall nicht nach­ge­kom­men. Das Schles­wig-Hol­stei­ni­sche Ober­lan­des­ge­richt sah sich daher aus den vor­ge­nann­ten Grün­den gehin­dert, die Akten des Ermitt­lungs­ver­fah­rens bei­zu­zie­hen und aus­zu­wer­ten.

Schles­wig ‑Hol­stei­ni­sches Ober­lan­des­ge­richt, Urteil vom 25. Janu­ar 2017 – 12 U 132/​16

  1. vgl. Zöller/​Greger, aaO, § 253 Rn. 12a f[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 17.07.2003 – I ZR 295/​00, NJW-RR 2004, 639, 640[]
  3. BGH, Urteil vom 17.03.2016 – III ZR 200/​15, NJW 2016, 2747, 2748 Rn 23; Beck­OK ZPO/​Bacher, Stand: 1.09.2016, § 253 Rn. 38[]