Per­sön­lich­keits­rech­te auf der Titel­sei­te

Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te dar­über zu ent­schei­den, ob dem Klä­ger Gün­ther Jauch wegen der Ver­wen­dung sei­nes Bild­nis­ses Zah­lungs­an­sprü­che zuste­hen, nach­dem ein Zeit­schrif­ten­ver­lag den Klä­ger auf der Titel­sei­te eines Rät­sel­hef­tes mit dem Bild­un­ter­schrift „Gün­ther Jauch zeigt mit ‚Wer wird Mil­lio­när?’ wie span­nend Quiz sein kann“ abge­bil­det hat­te, ohne dass das Heft einen ent­spre­chen­den redak­tio­nel­len Bei­trag ent­hielt. Der Klä­ger, der der Ver­wen­dung sei­nes Bild­nis­ses nicht zuge­stimmt hat­te, ver­langt von dem beklag­ten Zeit­schrif­ten­ver­lag den Betrag, der sei­ner Auf­fas­sung nach übli­cher­wei­se für die Zustim­mung zu einer der­ar­ti­gen Ver­öf­fent­li­chung gezahlt wird.

Per­sön­lich­keits­rech­te auf der Titel­sei­te

Die Vor­in­stan­zen hat­ten die Kla­ge Jauchs abge­wie­sen. Auf die Revi­si­on hat der Bun­des­ge­richts­hof die Ent­schei­dung des Beru­fungs­ge­richts auf­ge­ho­ben. Der Bun­des­ge­richts­hof hat ange­nom­men, dass bei der not­wen­di­gen Abwä­gung der wider­strei­ten­den Inter­es­sen dem Per­sön­lich­keits­recht des Klä­gers, das auch das Recht an sei­nem Bild­nis umfasst, im Streit­fall der Vor­rang vor der Pres­se­frei­heit zukommt. Zwar dür­fen Bild­nis­se aus dem Bereich der Zeit­ge­schich­te im Rah­men der Bericht­erstat­tung regel­mä­ßig ohne Ein­wil­li­gung des Abge­bil­de­ten ver­brei­tet wer­den. Ob ein Bild­nis der Zeit­ge­schich­te vor­liegt, ist anhand des Infor­ma­ti­ons­wer­tes der Abbil­dung und der sie beglei­ten­den Bericht­erstat­tung zu beur­tei­len. Der Infor­ma­ti­ons­ge­halt der Bild­un­ter­schrift war im vor­lie­gen­den Fall aber der­art gering, dass sie sich dar­auf beschränk­te, einen Anlass für die Abbil­dung des Klä­gers zu schaf­fen, um des­sen Wer­be- und Image­wert für das Rät­sel­heft des beklag­ten Ver­la­ges aus­zu­nut­zen.

Das Beru­fungs­ge­richt, an das die Sache zurück­ver­wie­sen wor­den ist, muss nun­mehr die feh­len­den Fest­stel­lun­gen zur Höhe des Anspruchs des Klä­gers nach­ho­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 11. März 2009 – I ZR 8/​07