Pfän­dungs­schutz für das Gut­ha­ben aus einer Betriebs­kos­ten­ab­rech­nung

Der Erstat­tungs­an­spruch des Mie­ters aus einer Betriebs- und Heiz­kos­ten­ab­rech­nung des Ver­mie­ters ist unpfänd­bar, wenn der Mie­ter Arbeits­lo­sen­geld II bezieht und die Erstat­tung des­halb im Fol­ge­mo­nat die Leis­tun­gen der Agen­tur für Arbeit für Unter­kunft und Hei­zung des Hil­fe­emp­fän­gers min­dert 1.

Pfän­dungs­schutz für das Gut­ha­ben aus einer Betriebs­kos­ten­ab­rech­nung

Nach dem Urteil des Bun­des­so­zi­al­ge­richts vom 16. Okto­ber 2012 2 unter­lie­gen Betriebs- und Heiz­kos­ten­er­stat­tun­gen des Ver­mie­ters nicht der Pfän­dung und Zwangs­voll­stre­ckung gegen einen Bezie­her von Leis­tun­gen nach dem Sozi­al­ge­setz­buch Teil II. Der Bun­des­ge­richts­hof schließt sich der Auf­fas­sung des Bun­des­so­zi­al­ge­richts an, weil die­se Rück­zah­lung von öffent­li­chen Leis­tun­gen gemäß § 19 Abs. 1, § 20 Abs. 1 SGB II nach § 22 Abs. 3 Satz 1 SGB II (frü­her § 22 Abs. 1 Satz 4 SGB II) die Leis­tun­gen des Fol­ge­mo­nats an den Hil­fe­emp­fän­ger min­dert.

Wäre in die­sen Fäl­len die Pfän­dung zuläs­sig, wür­de sie nach dem Gesetz zu Las­ten öffent­li­cher Mit­tel erfol­gen, die dem Leis­tungs­be­zie­her das Exis­tenz­mi­ni­mum sichern sol­len. Sol­chen Voll­stre­ckungs­maß­nah­men ist auch die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs schon bis­her ent­ge­gen­ge­tre­ten 3. Der Bun­des­ge­richts­hof sieht kei­nen Anlass, davon abzu­wei­chen. Ob sich die­ses Ergeb­nis hier auch durch eine Ana­lo­gie zu § 54 Abs. 3 Nr. 2a SGB I begrün­den lässt, kann offen­blei­ben.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Juni 2013 – IX ZR 310/​12

  1. im Anschluss an BSG, NZS 2013, 273[]
  2. BSG, Urteil vom 16.10.2012, NZS 2013, 273 Rn.19 f[]
  3. vgl. BGH, Beschluss vom 19.03.2004 – IXa ZB 321/​03, WM 2004, 935, 936 unter 2. a; im Ergeb­nis eben­so Beschluss vom 16.06.2011 – VII ZB 12/​09, WM 2011, 1418 Rn. 7 f[]