PKH für einen Wie­der­ein­set­zungs­an­trag

Die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe nur für einen Ver­fah­rens­an­trag auf Wie­der­ein­set­zung in den vori­gen Stand ist im Gesetz nicht vor­ge­se­hen.

PKH für einen Wie­der­ein­set­zungs­an­trag

Pro­zess­kos­ten­hil­fe darf viel­mehr nach § 114 ZPO nur für die gesam­te Recht­ver­fol­gung oder Rechts­ver­tei­di­gung bewil­ligt wer­den.

Dar­un­ter ist, wie sich aus § 119 Satz 1 ZPO ergibt, der „Rechts­zug“ zu ver­ste­hen [1]. Der Begriff Rechts­zug ist kos­ten­recht­lich gemeint, näm­lich jeder Ver­fah­rens­ab­schnitt, der beson­de­re Kos­ten ver­ur­sacht und für den noch nicht geprüft wer­den konn­te, ob die Rechts­ver­fol­gung oder ver­tei­di­gung genü­gend aus­sichts­reich und nicht mut­wil­lig ist [2]. Vor­aus­set­zung ist immer, dass eine geson­der­te, von der Beur­tei­lung des Haupt­ver­fah­rens unab­hän­gi­ge Prü­fung der hin­rei­chen­den Erfolgs­aus­sicht mög­lich ist [3].

Dies ist bei einem Wie­der­ein­set­zungs­an­trag nicht der Fall. Die Wie­der­ein­set­zung löst auch kei­ne beson­de­ren Gebüh­ren aus [4].

Da der Antrag daher aus­sichts­los ist, kommt auch die Bestel­lung eines Not­an­walts nicht in Betracht.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. August 2016 – IV ZR 491/​15

  1. Zöller/​Geimer, ZPO, 31. Aufl. § 114 Rn. 4; OLG Köln, MDR 1988, 588[]
  2. vgl. Zöller/​Geimer, ZPO 31. Aufl. § 119 Rn. 1; BGH FamRZ 2004, 1707 unter – II 4[]
  3. OLG Köln aaO[]
  4. Zöller/​Geimer, ZPO 31. Aufl. § 119 Rn. 30[]