Pro­zess­auf­rech­nung mit Teil­for­de­run­gen

Wird mit einer Gegen­for­de­rung auf­ge­rech­net, so ist die Ent­schei­dung, dass die Gegen­for­de­rung nicht besteht, bis zur Höhe des Betra­ges, für den die Auf­rech­nung gel­tend gemacht wor­den ist, der Rechts­kraft fähig (§ 322 Abs. 2 ZPO). Des­halb muss auch die Gegen­for­de­rung in einer § 253 Abs. 2 Nr. 2 ZPO genü­gen­den Wei­se hin­rei­chend bestimmt sein1.

Pro­zess­auf­rech­nung mit Teil­for­de­run­gen

In den Fäl­len, in denen ein Teil­be­trag aus ein­zel­nen selb­stän­di­gen teil­ba­ren Ansprü­chen besteht, muss klar­ge­stellt wer­den, wie sich der Teil­be­trag zusam­men­setzt. Soweit der Gegen­an­spruch gemäß der von den Par­tei­en ver­ein­bar­ten Zins­be­rech­nungs­me­tho­de abschnitts­wei­se zu errech­nen war, muss das Gericht im Ein­zel­nen fest­stel­len, wel­cher Teil der For­de­rung der Beklag­ten durch die Auf­rech­nung erlo­schen ist2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 21. Mai 2019 – XI ZR 95/​18

  1. BGH, Urteil vom 07.11.2001 – VIII ZR 263/​00, BGHZ 149, 120, 124; BGH, Beschluss vom 08.05.2018 – XI ZR 538/​17, NJW 2018, 2269 Rn.19
  2. vgl. BGH, Urteil vom 25.01.2006 – VIII ZR 398/​03, WM 2006, 1110 Rn. 23; BAG, Urteil vom 09.07.1987 2 AZR 574/​86, Rn. 28
  3. BGH, Beschluss vom 29.06.2010 – VI ZA 3/​09, NJW 2010, 3101 Rn. 3