Pro­zess­fä­hig­keit – und ihre Prü­fung

Pro­zess­fä­hig­keit ist die Fähig­keit, Pro­zess­hand­lun­gen selbst oder durch selbst bestell­te Ver­tre­ter wirk­sam vor­zu­neh­men oder ent­ge­gen­zu­neh­men 1.

Pro­zess­fä­hig­keit – und ihre Prü­fung

Voll­jäh­ri­ge Per­so­nen sind nur dann pro­zess­un­fä­hig, wenn sie geschäfts­un­fä­hig sind, unter Betreu­ung ste­hen bei Anord­nung eines Ein­wil­li­gungs­vor­be­halts sowie unter den Vor­aus­set­zun­gen des § 53 ZPO.

Zur Prü­fung der Pro­zess­fä­hig­keit ist das Gericht von Amts wegen nur gehal­ten bei hin­rei­chen­den Anhalts­punk­ten für das Feh­len der Pro­zess­fä­hig­keit einer Par­tei. Die Prü­fung erfolgt im Wege des Frei­be­wei­ses 2.

Zeit­lich ent­schei­dend ist, ob die Klä­ge­rin bei Pro­zess­be­ginn, d. h. bei Ein­rei­chung der Antrags­schrift pro­zess­fä­hig war.

Die gegen­wär­ti­ge Pro­zess­fä­hig­keit der Ver­fü­gungs­klä­ge­rin kann dahin­ste­hen. Denn eine nach Pro­zess­be­ginn ein­ge­tre­te­ne Pro­zess­un­fä­hig­keit führt gem. § 248 ZPO nur auf Antrag des Bevoll­mäch­tig­ten der pro­zess­un­fä­hi­gen Par­tei zu einer Aus­set­zung des Ver­fah­rens. Ein sol­cher Antrag ist vor­lie­gend nicht gestellt wor­den.

Land­ge­richt Ham­burg, Urteil vom 1. August 2018 – 308 O 226/​18

  1. Alt­ham­mer, in: Zöl­ler, 32. Aufl.2018, § 52, Rn. 1[]
  2. Alt­ham­mer, in: Zöl­ler, 32. Aufl.2018, § 56, Rn. 4, 8[]