Pro­zess­kos­ten­hil­fe – und die Ein­künf­te des Ehe­gat­ten

Die Bewil­li­gung von Pro­zess­kos­ten­hil­fe kann nach Ansicht des Land­ge­richts Mün­chen – I bei einem ver­hei­ra­te­ten Antrag­stel­ler ver­sagt wer­den, wenn er kei­ne Anga­ben über die Ein­künf­te des Ehe­gat­ten macht.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe – und die Ein­künf­te des Ehe­gat­ten

Der Antrags­geg­ner hat in die­sem Fall eine Bedürf­tig­keit im Sin­ne von § 114 ZPO nicht dar­ge­tan.

Im hier ent­schie­de­nen Fall war der Antrags­geg­ner ver­hei­ra­tet, sei­ne Ehe­frau bezieht Ein­künf­te aus nicht­selbst­stän­di­ger Tätig­keit. Über deren Höhe möch­te der Antrags­geg­ner kei­ne Anga­ben machen. Unab­hän­gig von dem zwi­schen den Ehe­gat­ten ver­ein­bar­ten Güter­stand hat der Antrags­geg­ner einen all­ge­mei­nen Unter­halts­an­spruch gegen sei­ne Ehe­frau, §§ 1360, 1360a BGB.

Nach §1360a Abs. 4 S. 1 BGB ist der Ehe­gat­te auch ver­pflich­tet, Kos­ten eines Rechts­streits, der eine per­sön­li­che Ange­le­gen­heit betrifft, vor­zu­schie­ßen. Dass das hier unbil­lig wäre hat der Antrags­geg­ner nicht dar­ge­tan.

Land­ge­richt Mün­chen I, Beschluss vom 29. Novem­ber 2016 – 11 O 17926/​16