Pro­zess­kos­ten­hil­fe für den Insol­venz­ver­wal­ter – und die zah­lungs­un­wil­li­gen Gläu­bi­ger

Einem Insol­venz­ver­wal­ter kann nach § 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO kei­ne Pro­zess­kos­ten­hil­fe bewil­ligt wer­den, wenn es den Gläu­bi­gern zuzu­mu­ten ist, die Ver­fah­rens­kos­ten zu tra­gen. Dies gilt auch dann, wenn die Gläu­bi­ger zur Tra­gung die­ser Kos­ten tat­säch­lich nicht bereit sind.

Pro­zess­kos­ten­hil­fe für den Insol­venz­ver­wal­ter – und die zah­lungs­un­wil­li­gen Gläu­bi­ger

Im Fall des § 116 Satz 1 Nr. 1 ZPO ist es bedeu­tungs­los, ob die Gläu­bi­ger zur Auf­brin­gung der Pro­zess­kos­ten bereit sind [1].

Es ent­spricht dem Wil­len des Gesetz­ge­bers, Pro­zess­kos­ten­hil­fe in den­je­ni­gen Fäl­len aus­zu­schlie­ßen, in wel­chen hin­ter der Par­tei kraft Amtes wirt­schaft­lich Betei­lig­te ste­hen, wel­che die zur Pro­zess­füh­rung erfor­der­li­chen Mit­tel auf­brin­gen kön­nen und denen dies auch zumut­bar ist. Allein die Wei­ge­rung der Gläu­bi­ger kann nicht dazu füh­ren, die Zumut­bar­keit zu ver­nei­nen. Wenn die­se zur Mit­wir­kung nicht bereit sind, hat die Rechts­ver­fol­gung zu unter­blei­ben [2].

Bun­des­ge­richs­hof, Beschluss vom 31. Juli 2013 – VII ZA 19/​12

  1. BGH, Beschlüs­se vom 07.07.1997 – II ZB 7/​97, NJW 1997, 3318, 3319; vom 24.03.1998 XI ZR 4/​98, BGHZ 138, 188, 193 f.; vom 13.09.2012 – IX ZA 1/​12, Beck­RS 2012, 22654 Rn. 6; vom 04.10.2012 – VII ZR 7/​12, Beck­RS 2012, 21475 Rn. 4; vom 04.12.2012 – II ZA 3/​12, NZI 2013, 82 Rn. 10[]
  2. BGH, Beschlüs­se vom 24.03.1998 – XI ZR 4/​98, aaO S.194; vom 13.09.2012 IX ZA 1/​12, aaO Rn. 6[]