Pro­zess­zin­sen trotz Zug-um-Zug-Ver­ur­tei­lung

Die auf der Anwen­dung der berei­che­rungs­recht­li­chen Sal­do­theo­rie beru­hen­de Zug um Zug-Ver­ur­tei­lung hin­dert nicht die Zuer­ken­nung von Pro­zess­zin­sen.

Pro­zess­zin­sen trotz Zug-um-Zug-Ver­ur­tei­lung

Zwar gibt es Pro­zess­zin­sen (§ 818 Abs. 4, § 291 BGB) erst ab der Fäl­lig­keit der Schuld (§ 291 Satz 1 Halbs. 2 BGB), und das in einer Zug um Zug­Ver­ur­tei­lung zum Aus­druck kom­men­de Zurück­be­hal­tungs­recht steht dem Ein­tritt der Fäl­lig­keit ent­ge­gen 1.

Aber so ver­hält es sich hier nicht. Die Zug um Zug­Ver­ur­tei­lung der Beklag­ten beruht nicht auf einem Zurück­be­hal­tungs­recht des Klä­gers, son­dern ist ledig­lich die Fol­ge der im Berei­che­rungs­recht gel­ten­den Sal­do­theo­rie. Die wech­sel­sei­ti­gen Berei­che­rungs­an­sprü­che kön­nen nicht iso­liert gel­tend gemacht wer­den, son­dern sämt­li­che Be- und Ent­rei­che­rungs­pos­ten sind von vorn­her­ein zu sal­die­ren, so dass nur ein ein­zi­ger Berei­che­rungs­an­spruch in Höhe des Über­schus­ses besteht 2.

Bei wie – hier – ungleich­ar­ti­gen Leis­tun­gen kann die Sal­die­rung nur in der Wei­se erfol­gen, dass dem Zah­lungs­an­spruch des Klä­gers des­sen Her­aus­ga­be­pflicht Zug um Zug gegen­über­ge­stellt wird. An der Ein­heit­lich­keit des Anspruchs ändert das nichts. Die­ser bleibt fäl­lig, durch­setz­bar und ist des­halb nach § 291 BGB zu ver­zin­sen 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 27. Sep­tem­ber 2013 – V ZR 52/​12

  1. BGH, Urteil vom 11.06.2010 – V ZR 85/​09, NJW 2010, 2873, 2876 Rn. 30; BGH, Urteil vom 14.01.1971 – VII ZR 3/​69, BGHZ 55, 198, 200[]
  2. sie­he nur BGH, Urteil vom 14.07.2000 – V ZR 82/​99, BGHZ 145, 52, 54 f.[]
  3. vgl. BGH, Urteil vom 25.01.2013 – V ZR 118/​11, NJW-RR 2013, 825, 826 Rn. 13 zu einem ein­heit­li­chen Scha­dens­er­satz­an­spruch[]