Räu­mungs- und Her­aus­ga­be­kla­ge für Gewer­be­räu­me – und der Streit­wert

Der Wert der Beschwer der Räu­mungs­und Her­aus­ga­be­ver­ur­tei­lung rich­tet sich gemäß § 8 ZPO bei einer Gewer­be­flä­che nach dem Betrag der auf die gesam­te strei­ti­ge Zeit ent­fal­len­den Mie­te, maxi­mal nach dem 25fachen Betrag des ein­jäh­ri­gen Ent­gelts.

Räu­mungs- und Her­aus­ga­be­kla­ge für Gewer­be­räu­me – und der Streit­wert

Beruft sich ein Nut­zungs­be­rech­tig­ter gegen­über einer Kün­di­gung auf Schutz­re­geln, die das Kün­di­gungs­recht ein­schrän­ken und ihm ein Recht zur Fort­set­zung der Nut­zung geben, so dau­ert die strei­ti­ge Zeit im Sin­ne des § 8 ZPO vom Tag der Erhe­bung der Räu­mungs­kla­ge bis zu dem Zeit­punkt, den der­je­ni­ge, der sich auf ein Nut­zungs­recht beruft, als den für ihn güns­tigs­ten Been­di­gungs­zeit­punkt des Nut­zungs­ver­trags in Anspruch nimmt.

Nur wenn der Been­di­gungs­zeit­punkt unge­wiss ist oder sich die strei­ti­ge Zeit nicht ermit­teln lässt, ist § 9 ZPO für die Bemes­sung der Beschwer ent­spre­chend anwend­bar und der drei­ein­halb­fa­che Wert des ein­jäh­ri­gen Ent­gelts anzu­set­zen 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 23. Janu­ar 2019 – XII ZR 95/​17

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 18.10.2017 XII ZR 6/​17 WuM 2017, 724 mwN und BGH Beschluss vom 03.04.2014 – V ZR 185/​13 WuM 2014, 353, 354 mwN[]