Rasen gesät – Unkraut gewach­sen

Ist die Qua­li­tät des Rasen­sa­men nicht für das Wach­sen von Unkraut ver­ant­wort­lich, besteht kein Anspruch auf Scha­den­er­satz.

Rasen gesät – Unkraut gewach­sen

Mit die­ser Begrün­dung hat das Land­ge­richt Coburg in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer Rasen­sa­men­käu­fe­rin abge­wie­sen. Die Klä­ge­rin kauf­te im Früh­jahr 2012 einen 10 kg-Sack Rasen­sa­men beim spä­te­ren Beklag­ten. Damit besä­te sie ver­schie­de­ne Flä­chen auf ihrem Grund­stück. Die Klä­ge­rin gab an, dass sich in der Fol­ge dich­ter Unkraut­be­wuchs gebil­det habe. Sie rekla­mier­te die­sen Zustand beim Beklag­ten. Die­ser emp­fahl ihr Unkraut­ver­nich­tungs­mit­tel zu ver­wen­den und bot ihr einen neu­en Sack Saat­gut an. Dies woll­te die Klä­ge­rin aber nicht und ver­lang­te die Neu­an­la­ge ihrer Rasen­flä­chen durch den Beklag­ten.

Die Klä­ge­rin erhob dann die Kla­ge in der sie angab, das Saat­gut sei ver­dor­ben gewe­sen. Des­halb habe sich das Unkraut ver­brei­tet. Sie habe die­ses Unkraut in ca. 100 Stun­den ent­fernt. Hier­für ver­lang­te sie je Stun­de 15 Euro, ins­ge­samt 1.500,00 Euro. Dar­über hin­aus sei sie infol­ge die­ser Gar­ten­ar­beit im Arm-Schul­ter-Bereich erkrankt. Die Klä­ge­rin mein­te, dass ihr dafür ein Schmer­zens­geld in Höhe von min­des­tens 3.000,00 Euro zustün­de. Zudem habe sie auf­grund der Erkran­kung in ihrem Haus­halt nicht wie üblich tätig sein kön­nen. Dafür ver­lang­te sie wei­te­re 5.500,00 Euro. Die Klä­ge­rin brach­te zudem vor, der Ver­käu­fer habe sie hin­sicht­lich des Unkrauts falsch bera­ten. Der Beklag­te war der Auf­fas­sung, dass der Klä­ge­rin kei­ne Ansprü­che gegen ihn zustün­den.

Nach Auf­fas­sung des Land­ge­richts Coburg konn­te die Klä­ge­rin nicht nach­wei­sen, dass der Rasen­sa­men am Bewuchs mit Unkraut schuld war. Ein Sach­ver­stän­di­ger fand her­aus, dass es unab­hän­gig von der Qua­li­tät des Saat­guts zu einem Bewuchs mit Unkraut gekom­men wäre. Das Unkraut kei­me schnel­ler als die Rasen­saat und über­wu­che­re dann die Grä­ser. Die Kei­me für das Unkraut hät­ten sich bereits im Boden befun­den. Daher war die Qua­li­tät der Rasen­sa­men für die Wur­zel allen Übels – das Unkraut – egal.

Auch eine fal­sche Bera­tung des Beklag­ten ver­moch­te das Land­ge­richt nicht zu erken­nen. Die Gesprä­che zwi­schen der Klä­ge­rin und dem Beklag­ten hat­ten nur im Rah­men ihrer Rekla­ma­ti­on statt­ge­fun­den. Bei einer sol­chen Sach­la­ge kön­ne man nicht von einem Bera­tungs­ver­trag oder einer Bera­tungs­pflicht des Ver­käu­fers spre­chen.

Mit den von der Klä­ge­rin vor­ge­brach­ten Scha­dens­po­si­tio­nen muss­te sich das Gericht nicht mehr befas­sen. Der Ver­käu­fer konn­te nichts für die von der Klä­ge­rin behaup­te­ten Schä­den.

Land­ge­richt Coburg, Urteil vom 9. April 2014 – 22 O 266/​13