Ratgeber Mietminderung – wann kann ich die Miete mindern?

Unter bestimmten Umständen ist es möglich, dass die Miete für z.B. eine Wohnung oder ein Objekt gemindert werden kann. Häufig tun sich die Mieter schwer, diese Mitminderung durchzusetzen und dafür zu sorgen, dass weniger Miete gezahlt wird. In der Praxis ist es jedoch sehr leicht zu erkennen, wann die Miete gemindert werden kann. Darüber hinaus gibt es praktische Hilfen, die genau darüber informieren, welche Art der Mietminderung wann möglich ist.

Ratgeber Mietminderung – wann kann ich die Miete mindern?

Wann darf ich als Mieter die Miete mindern?

Der Mieter hat das Recht, eine Minderung der Miete vorzunehmen, sobald ein so genannter Mietmangel vorliegt. Das bedeutet, dass sich das Objekt nicht im so genannten vertragsgemäßen Zustand befindet. Ferner ist es erforderlich, dass der Mangel natürlich dem Vermieter angezeigt wurde. Dies kann formal betrachtet durch eine Mängelrüge vollzogen werden.

Wie sehr darf ich die Miete mindern?

Grundsätzlich ist es möglich, dass die Miete gemindert werden kann, wenn der Vermieter den entsprechenden Mängeln nicht nachgeht. Hierbei sollte im Vorfeld eine angemessene Frist gesetzt werden. Zu beachten ist dabei auch, dass es natürlich Richtwerte gibt, was die Minderung der Miete angeht. Das bedeutet, dass es Referenzurteile gibt, die genau helfen, zu erkennen, welche Mietminderung sinnvoll ist.

Die Minderung der Miete wird in der Regel prozentual durchgesetzt. Das bedeutet, dass die monatliche Miete z.B. um 10% gemindert werden kann. Wie hoch die Minderung ausfallen darf hängt z.B. davon ab, wie schwerwiegend der Mangel ist.

Mietminderungstabelle 2020 – Beispiele für die Höhe der Mietminderung

Die Mitminderungstabelle bietet eine umfangreiche Übersicht darüber, welche Mitminderungen faktisch möglich sind. In der Tabelle werden Gerichtsurteile inkl. Fundstelle aufgelistet. Daraus lässt sich ableiten, aus welchem Grund die Miete wie stark gemindert werden kann. Beispiele wie die Mietminderung bei Lärm oder Feuchtigkeit werden separat als Kernthemen unter die Lupe genommen und mit vielen Beispielen erläutert.

  • Die Mietminderung kann vorgenommen werden alsbald der Mangel vorliegt und dem Vermieter angezeigt wurde
  • Die Höhe der Minderung wird prozentual an der Warmmiete bemessen. Die Mietminderungstabelle bietet eine praktikable Übersicht über mögliche Mietkürzungen
  • Die Miete darf so lange gekürzt werden, wie der Mangel besteht.

Sollte die Wohnung Probleme mit Feuchtigkeit haben, kann je nach Einschränkung mit einer Mitminderung von ab 2,95 bis 100% gerechnet werden, wenn man sich an den gesprochenen Gerichtsurteilen orientiert.

Wie stark darf ich die Miete bei Mängeln mindern?

Sollten sich die Fenster z.B. nicht richtig schließen lassen, ist es möglich, dass die Miete um 10% gemindert wird. Wer einen Balkon hat, diesen jedoch nicht benutzen kann, darf die Miete um 15% mindern. Sollte es zu einem Ausfall der Heizung im Oktober kommen, gibt es die Möglichkeit, die Miete um 20% zu mindern. Die gleiche Minderung ist möglich, wenn die Raumtemperatur nur im Bereich von 16 bis 18°C möglich ist und es Probleme mit der Heizung gibt. Sollte die Raumtemperatur nur bei 15°C liegen ist es möglich, dass die Miete um 25% pro Monat reduziert werden kann. Andere Gerichtsurteile haben sogar zugelassen, dass die Miete um 30% reduziert werden kann, wenn die Temperatur des Raumes im Bereich von 16 bis 18°C liegt. Sollte die Heizung im Winter ausfallen, ist es möglich, dass die Miete der Wohnung gleich um 50% gemindert werden kann. Ebenfalls gibt es Urteile, denen nach die Miete um 75% gemindert werden kann, wenn die Heizung im Winter komplett ausfällt.

100% Mietminderung – wann ist dies zulässig?

Es gibt auch Umstände, die dazu führen, dass die Miete komplett zu 100% gemindert werden kann. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Wohnung nicht mehr bewohnbar ist. Ebenso ist es möglich, die Miete fast komplett zu mindern, wenn die Elektrik in dem Objekt nicht mehr richtig funktioniert. Bei einer Belastung durch Chemikalien oder giftige Baumaterialien ist es auch möglich, dass die Miete um bis zu 100% gemindert werden kann.

Wichtig zu wissen ist, dass die Mieten nur dann gemindert werden kann, wenn der Mietmangel wirklich vorliegt. Sollte lediglich die Gefahr bestehen, dass ein Mangel eintritt, ist es nicht möglich, dass die Miete bereits im Voraus gemindert werden kann. Sofern der Mieter die Beseitigung des Mangels der Miete durch den Vermieter verweigert ist es nicht möglich, dass die Miete gemindert werden darf.

Wie lange darf ich die Miete mindern?

Als Mieter besteht die Möglichkeit, dass die Miete je nach Situation deutlich gemindert werden kann. Dabei stellt sich der Mieter natürlich auch die Frage, wie lange er die Miete mindern kann. Im Endeffekt ist dies so lange möglich, wie der Mangel vorliegt. Sollte der Mangel beseitigt werden, muss die Miete wieder gezahlt werden. Wenn der Mangel z.B. am 15. eines Monats beseitigt wird, kann der Mieter für die ersten 15 Tage des Monats eine reduzierte Miete anteilig geltend machen. Für die restlichen 15/16 Tage des Monats ist dies nicht möglich, sondern die Miete muss wieder voll entrichtet werden.

Bevor die Miete gemindert wird, ist es sinnvoll, sich die entsprechenden Referenzurteile durchzulesen. Nur so kann dafür gesorgt werden, dass die Miete fair gemindert werden kann. Gut zu wissen ist, dass der Vermieter nicht direkt eine Kündigung aussprechen kann, wenn der Mieter nachweislich darüber informiert hat, dass ein Mangel vorliegt und der Vermieter diesen nicht beseitigt.

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