Recht­li­ches Gehör in der Beru­fungs­in­stanz

Das Gebot der Gewäh­rung recht­li­chen Gehörs ver­pflich­tet das Gericht, die Aus­füh­run­gen der Pro­zess­be­tei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen.

Recht­li­ches Gehör in der Beru­fungs­in­stanz

Ein Ver­stoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG setzt vor­aus, dass im Ein­zel­fall beson­de­re Umstän­de deut­lich machen, dass tat­säch­li­ches Vor­brin­gen eines Betei­lig­ten ent­we­der über­haupt nicht zur Kennt­nis genom­men oder doch bei der Ent­schei­dung nicht erwo­gen wor­den ist.

Geht das Beru­fungs­ge­richt in den Grün­den des Beru­fungs­ur­teils auf den wesent­li­chen Kern des Ver­tei­di­gungs­vor­brin­gens des Beklag­ten zu einer Fra­ge nicht ein, das für das Ver­fah­ren von zen­tra­ler Bedeu­tung ist, so lässt dies auf die Nicht­be­rück­sich­ti­gung des Vor­trags schlie­ßen, sofern er nicht nach dem Rechts­stand­punkt des Gerichts uner­heb­lich oder offen­sicht­lich unsub­stan­ti­iert war1.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Dezem­ber 2018 – VII ZR 69/​18

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 10.08.2016 – VII ZR 158/​15 Rn. 7; Beschluss vom 23.02.2016 – VII ZR 28/​15 Rn. 7, IHR 2016, 124; Beschluss vom 20.05.2014 – VII ZR 187/​13 Rn. 6 []