Recht­li­ches Gehör – und der wesent­li­che Kern des Par­tei­vor­trags

Das Gebot des recht­li­chen Gehörs ver­pflich­tet das Gericht, die Aus­füh­run­gen der Pro­zess­be­tei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen. Ein Ver­stoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG setzt vor­aus, dass im Ein­zel­fall beson­de­re Umstän­de deut­lich machen, dass tat­säch­li­ches Vor­brin­gen eines Betei­lig­ten ent­we­der über­haupt nicht zur Kennt­nis genom­men oder doch bei der Ent­schei­dung nicht erwo­gen wor­den ist.

Recht­li­ches Gehör – und der wesent­li­che Kern des Par­tei­vor­trags

Geht das Beru­fungs­ge­richt in den Grün­den des Beru­fungs­ur­teils auf den wesent­li­chen Kern des Vor­brin­gens einer Par­tei zu einer Fra­ge nicht ein, die für das Ver­fah­ren von zen­tra­ler Bedeu­tung ist, so lässt dies auf die Nicht­be­rück­sich­ti­gung des Vor­trags schlie­ßen, sofern er nicht nach dem Rechts­stand­punkt des Gerichts uner­heb­lich oder offen­sicht­lich unsub­stan­ti­iert war 1.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Janu­ar 2017 – VII ZR 181/​16

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 23.02.2016 – VII ZR 28/​15, IHR 2016, 124 7; Beschluss vom 20.05.2014 – VII ZR 187/​13 Rn. 6; Beschluss vom 16.03.2011 – VIII ZR 338/​09, WuM 2011, 300 Rn. 3; BVerfG, NJW 2009, 1584 Rn. 14 m.w.N.[]