Recht­li­ches Gehör- und die Urteils­grün­de

Das Gebot des recht­li­chen Gehörs ver­pflich­tet das ent­schei­den­de Gericht, die Aus­füh­run­gen der Pro­zess­be­tei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen. Art. 103 Abs. 1 GG ist aber erst dann ver­letzt, wenn sich im Ein­zel­fall klar ergibt, dass das Gericht die­ser Pflicht nicht nach­ge­kom­men ist.

Recht­li­ches Gehör- und die Urteils­grün­de

Grund­sätz­lich ist davon aus­zu­ge­hen, dass ein Gericht das Vor­brin­gen der Par­tei­en zur Kennt­nis genom­men und in Erwä­gung gezo­gen hat.

Das Gericht ist dabei nicht ver­pflich­tet, sich mit jedem Vor­brin­gen in den Ent­schei­dungs­grün­den aus­drück­lich zu befas­sen.

Damit sich ein Ver­stoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG fest­stel­len lässt, müs­sen dem­nach beson­de­re Umstän­de deut­lich gemacht wer­den, die zwei­fels­frei dar­auf schlie­ßen las­sen, dass tat­säch­li­ches Vor­brin­gen eines Betei­lig­ten ent­we­der über­haupt nicht zur Kennt­nis genom­men oder bei der Ent­schei­dung über­gan­gen wor­den ist [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 24. März 2016 – I ZB 86/​15

  1. BGH, Beschluss vom 27.03.2003 – V ZR 291/​02, BGHZ 154, 288, 300[]