Recht­li­ches Gehör – und die in den Urteils­grün­den nicht bedach­te Anla­ge eines Schrift­sat­zes

Nach stän­di­ger höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung ist das Gericht nicht ver­pflich­tet, sich mit jedem Vor­brin­gen – hier mit dem (gesam­ten) Inhalt der oben genann­ten Anla­gen – in den Ent­schei­dungs­grün­den aus­drück­lich zu befas­sen.

Recht­li­ches Gehör – und die in den Urteils­grün­den nicht bedach­te Anla­ge eines Schrift­sat­zes

Ein Ver­stoß gegen Art. 103 Abs. 1 GG kann nur fest­ge­stellt wer­den, wenn sich aus den beson­de­ren Umstän­den des Ein­zel­falls zwei­fels­frei ergibt, dass Vor­brin­gen eines Betei­lig­ten ent­we­der nicht zur Kennt­nis genom­men oder bei der Ent­schei­dung nicht erwo­gen wor­den ist 1.

Im übri­gen ver­pflich­tet Art. 103 Abs. 1 GG das Gericht nicht, den Rechts­an­sich­ten der Par­tei – etwa zur Ent­schei­dungs­er­heb­lich­keit ihres Vor­brin­gens – zu fol­gen 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Novem­ber 2016 – AnwZ (Brfg) 61/​15

  1. vgl. nur BVerfGE 88, 366, 375 f.; BVerfG, NVwZ 2016, 238 Rn. 45; BGH, Beschluss vom 27.03.2003 – V ZR 291/​02, BGHZ 154, 288, 300; BVerwG, NVwZ 2015, 656 Rn. 42 mwN[]
  2. vgl. nur BGH, Beschluss vom 01.12 2014 – AnwZ (Brfg) 36/​14 12[]