Recht­li­ches Gehör im Zivil­pro­zess – und der über­gan­ge­ne Par­tei­vor­trag

Der durch Art. 103 Abs. 1 GG geschütz­te Anspruch auf recht­li­ches Gehör ver­pflich­tet das Gericht, die Aus­füh­run­gen der Pro­zess­be­tei­lig­ten zur Kennt­nis zu neh­men und in Erwä­gung zu zie­hen.

Recht­li­ches Gehör im Zivil­pro­zess – und der über­gan­ge­ne Par­tei­vor­trag

Zwar muss ein Gericht nicht jedes Vor­brin­gen der Betei­lig­ten in den Grün­den der Ent­schei­dung aus­drück­lich beschei­den. Der wesent­li­che, der Rechts­ver­fol­gung und Rechts­ver­tei­di­gung die­nen­de Vor­trag muss aber in den Ent­schei­dungs­grün­den ver­ar­bei­tet wer­den.

Dass ein Gericht sei­ne Pflicht ver­letzt hat, den Vor­trag der Par­tei­en zur Kennt­nis zu neh­men und zu erwä­gen, stellt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt dann fest, wenn sich dies aus den beson­de­ren Umstän­den des ein­zel­nen Fal­les ergibt 1.

Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt, Beschluss vom 30. April 2018 – 1 BvR 2352/​17

  1. vgl. BVerfGE 96, 205, 216 f. m.w.N.; stRspr[]