Rechts­be­schwer­de gegen eine Kos­ten­ent­schei­dung

Die Ent­schei­dung des Beschwer­de­ge­richts, die Rechts­be­schwer­de zuzu­las­sen, ist für den Bun­des­ge­richts­hof nach § 574 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2, Abs. 3 Satz 2 ZPO unab­hän­gig davon bin­dend, ob es die Vor­aus­set­zun­gen des § 574 Abs. 2 ZPO zutref­fend beur­teilt hat1.

Rechts­be­schwer­de gegen eine Kos­ten­ent­schei­dung

Es ist daher unschäd­lich, dass was das Beschwer­de­ge­richt ver­kannt hat gegen eine Kos­ten­ent­schei­dung die Rechts­be­schwer­de nicht aus mate­ri­ell­recht­li­chen Grün­den zuge­las­sen wer­den darf, da es nicht Zweck des Kos­ten­ver­fah­rens ist, Rechts­fra­gen von grund­sätz­li­cher Bedeu­tung zu klä­ren oder das Recht fort­zu­bil­den, soweit es wie im Streit­fall um Fra­gen des mate­ri­el­len Rechts geht2.

Eben­so ist es für die Wirk­sam­keit der Zulas­sung der Rechts­be­schwer­de ohne Bedeu­tung, dass das Beru­fungs­ge­richt irrig das Vor­lie­gen eines Zulas­sungs­grun­des ange­nom­men hat, obwohl die von ihm als Grund für die Zulas­sung genann­te Fra­ge sich in der vor­lie­gen­den Fall­ge­stal­tung ohne wei­te­res anhand der von ihm aller­dings nicht berück­sich­tig­ten Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs beant­wor­tet und eine ver­ein­zel­te ent­ge­gen­ste­hen­de Lite­ra­tur­mei­nung kein Bedürf­nis zu einer höchst­rich­ter­li­chen Klä­rung zu begrün­den ver­mag.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Janu­ar 2019 – VIII ZB 26/​17

  1. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 30.01.2018 – VIII ZB 74/​16, WuM 2018, 151 Rn. 6; vom 08.05.2012 – VIII ZB 91/​11, WuM 2012, 332 Rn. 3 mwN; vom 07.10.2008 – XI ZB 24/​07, NJW-RR 2009, 425 Rn. 9 mwN []
  2. st. Rspr.; vgl. BGH, Beschlüs­se vom 30.01.2018 – VIII ZB 74/​16, aaO; vom 08.03.2011 – VIII ZB 65/​10, WuM 2011, 242 Rn. 7; vom 08.05.2012 – VIII ZB 91/​11, aaO Rn. 7; jeweils mwN []