Rechts­schutz­be­dürf­nis für ein Befan­gen­heits­ge­such

Das Rechts­schutz­be­dürf­nis für ein Befan­gen­heits­ge­such ent­fällt grund­sätz­lich, wenn der abge­lehn­te Rich­ter an ein ande­res Gericht abge­ord­net und infol­ge­des­sen ein ande­rer Rich­ter mit der Sache befasst wird.

Rechts­schutz­be­dürf­nis für ein Befan­gen­heits­ge­such

Das Rechts­schutz­be­dürf­nis für die Ableh­nung eines Rich­ters besteht nicht, wenn die­ser mit der Sache nicht, nicht mehr oder nicht wie­der befasst wer­den kann 1. Nach ein­hel­li­ger Auf­fas­sung ent­fällt es daher, wenn der als befan­gen abge­lehn­te Rich­ter auf­grund eines Wech­sels der Geschäfts­ver­tei­lung nicht mehr für die Sache zustän­dig ist 2.

Dabei ent­fällt das Rechts­schutz­be­dürf­nis grund­sätz­lich auch dann, wenn der abge­lehn­te Rich­ter an ein ande­res Gericht abge­ord­net und infol­ge­des­sen ein ande­rer Rich­ter mit der Sache befasst wird 3. Eine Aus­nah­me käme nur dann in Betracht, wenn es trag­fä­hi­ge Anhalts­punk­te dafür gäbe, dass nach einem abseh­ba­ren Ende der Abord­nung die ursprüng­li­che Geschäfts­ver­tei­lung wie­der­her­ge­stellt und der als befan­gen abge­lehn­te Rich­ter erneut für die Sache zustän­dig wer­den wird. Sol­che Anhalts­punk­te zeigt die Rechts­be­schwer­de nicht auf; sie sind auch nicht ersicht­lich, weil eine Abord­nung – wie hier – in den Geschäfts­be­reich eines ande­ren Bun­des­lands in der Regel im Vor­feld einer Ver­set­zung erfolgt.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 27. Okto­ber 2015 – LwZB 1/​15

  1. vgl. BGH, Beschluss vom 29.01.2003 – IX ZR 137/​00, WM 2003, 847 f.; Beschluss vom 04.05.2011 – AnwZ (B) 12/​10 8[]
  2. BGH, Beschluss vom 21.02.2011 – II ZB 2/​10, NJW 2011, 1358 Rn. 10; BayO­bLGR 2002, 101; OLG Karls­ru­he, Fam­RZ 2005, 1260; Fam­RZ 2007, 55; OLG Cel­le, OLGR 2008, 216; Zöller/​Vollkommer, ZPO, 30. Aufl., § 46 Rn. 18; Prütting/​Mannebeck, ZPO, 7. Aufl., § 46 Rn. 3[]
  3. so zu Recht Prütting/​Mannebeck, ZPO, 7. Aufl., § 46 Rn. 3[]