Hat sich der Schuldner wegen Vorenthaltens von Arbeitnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung nach § 266a StGB strafbar gemacht, gehören Säumniszuschläge nach § 24 Abs. 1 SGB IV nicht zu den von einer Restschuldbefreiung ausgenommenen Verbindlichkeiten aus einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung.
Welche Forderungen des Geschädigten im Falle einer vorsätzlich begangenen unerlaubten Handlung des Schuldners von der Restschuldbefreiung nach § 302 Nr. 1 InsO ausgenommen sind, bestimmt sich danach, welche Rechtsfolgen das materielle Schadensrecht an die unerlaubte Handlung knüpft1. Nach materiellem Schadensrecht haftet der Geschäftsführer einer GmbH bei einer Vorenthaltung von Arbeitnehmerbeiträgen zur Sozialversicherung nach § 266a StGB auch für die notwendigen Kosten der Rechtsverfolgung der Einzugsstelle und für Verzugs- und Prozesszinsen, nicht jedoch für Säumniszuschläge nach § 24 Abs. 1 SGB IV2.
Bundesgerichtshof, Versäumnisurteil vom 16. Februar 2012 – IX ZR 218/10
- BGH, Urteil vom 21.07.2011 – IX ZR 151/10, ZInsO 2011, 1608 Rn. 7 ff.[↩]
- BGH, Urteil vom 11.06.1985 – VI ZR 61/84, ZIP 1985, 996, 998; Beschluss vom 14.07.2008 – II ZR 238/07, WM 2008, 2125; Urteil vom 18.11.2010 – IX ZR 67/10, WM 2011, 131 Rn. 16; vom 02.12.2010 – IX ZR 247/09, WM 2011, 88 Rn. 24[↩]
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