Rest­schuld­be­frei­ung und die Glaub­haft­ma­chung des Ver­sa­gungs­grun­des

Wird im Schluss­ter­min ein Antrag auf Ver­sa­gung der Rest­schuld­be­frei­ung gestellt, ohne dass ein Ver­sa­gungs­grund glaub­haft gemacht wird, kann dem Antrag­stel­ler vom Insol­venz­ge­richt kei­ne Frist zur Nach­ho­lung der Glaub­haft­ma­chung gesetzt wer­den.

Rest­schuld­be­frei­ung und die Glaub­haft­ma­chung des Ver­sa­gungs­grun­des

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs muss ein auf § 290 Abs. 1 InsO gestütz­ter Ver­sa­gungs­an­trag im Schluss­ter­min gestellt wer­den [1]. Die Insol­venz­ord­nung hat das Ver­fah­ren über den Antrag, die Rest­schuld­be­frei­ung zu ver­sa­gen, weit­ge­hend kon­tra­dik­to­risch aus­ge­stal­tet. Nach § 290 Abs. 2 InsO ist der Ver­sa­gungs­grund glaub­haft zu machen. Die­se Vor­schrift soll ver­hin­dern, dass das Insol­venz­ge­richt auf blo­ße Ver­mu­tun­gen gestütz­te auf­wen­di­ge Ermitt­lun­gen füh­ren muss. Daher hat es in die sach­li­che Prü­fung des Antrags nur ein­zu­tre­ten, wenn nach dem Vor­trag des Gläu­bi­gers die Vor­aus­set­zun­gen eines der in § 290 Abs. 1 InsO auf­ge­führ­ten Ver­sa­gungs­tat­be­stän­de wahr­schein­lich gege­ben sind [2]. Hier­aus folgt, dass die gemäß § 290 Abs. 2 InsO erfor­der­li­che Glaub­haft­ma­chung des Ver­sa­gungs­grunds schon im Schluss­ter­min erfol­gen muss und nicht in spä­te­ren Ver­fah­rens­ab­schnit­ten nach­ge­scho­ben wer­den kann ((BGHZ 156, 139, 142 f; BGH, Beschlüs­se vom 5. April 2006 – IX ZB 227/​04, ZVI 2006, 596, 597 Rn. 6; vom 23. Okto­ber 2008 – IX ZB 53/​08, ZIn­sO 2008, 1272 Rn. 9; vom 5. Febru­ar 2009 – IX ZB 185/​08, ZIn­sO 2009, 481, 482 Rn. 6).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 14. Mai 2009 – IX ZB 33/​07

  1. BGH, Beschluss vom 20. März 2003 – IX ZB 388/​02, NZI 2003, 389, 390[]
  2. vgl. BGHZ 156, 139, 142[]