Revi­si­on und Beschwer­de­wert

Erge­ben die Kla­ge und die Hilfs­wi­der­kla­ge nur zusam­men­ge­rech­net den Beschwer­de­wert von 20.000 € nach § 26 Nr. 8 EGZPO, ist die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de nur statt­haft, wenn hin­sicht­lich bei­der Kla­gen Zulas­sungs­grün­de dar­ge­legt sind. Die allein pro­zes­sua­le Ver­knüp­fung der Kla­gen reicht für eine Zusam­men­rech­nung nicht aus [1].

Revi­si­on und Beschwer­de­wert

Für die Bestim­mung der nach § 26 Nr. 8 EGZPO maß­geb­li­chen Beschwer sind sol­che Tei­le des Streit­stof­fes außer Acht zu las­sen, zu denen ein Zulas­sungs­grund nicht dar­ge­tan ist. Denn die Zuläs­sig­keit einer Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de hängt nicht nur von der in der Revi­si­on gel­tend zu machen­den Beschwer, son­dern auch davon ab, dass Zulas­sungs­grün­de dar­ge­legt sind, § 544 Abs. 2 ZPO. Eine Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de ist danach unzu­läs­sig, wenn der Beschwer­de­füh­rer einen Zulas­sungs­grund nur hin­sicht­lich eines in recht­li­cher oder tat­säch­li­cher Hin­sicht selbst­stän­di­gen und abtrenn­ba­ren, mit­hin einer beschränk­ten Revi­si­ons­zu­las­sung zugäng­li­chen Teils des Streit­stof­fes dar­ge­legt hat, der ihn nicht mit mehr als 20.000 € beschwert [2].

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 1. Juli 2009 – XII ZR 93/​07

  1. Abgren­zung zu BGH, Urtei­le vom 25. Okto­ber 2006 – XII ZR 141/​04FamRZ 2007, 117; vom 8. März 2006 – IV ZR 263/​04NJW-RR 2006, 877 und vom 21. Mai 1968 – VI ZR 27/​68 – VersR 1968, 778[]
  2. vgl. BGH, Beschlüs­se vom 11. Mai 2006 – VII ZR 131/​05NJW-RR 2006, 1097, 1098 und vom 27. Juni 2002 – V ZR 148/​02NJW 2002, 2720, 2721[]