Revi­si­ons­zu­las­sung – und ihre Beschrän­kung in den Urteils­grün­den

Eine Beschrän­kung der Revi­si­ons­zu­las­sung, die nicht schon in der Ent­schei­dungs­for­mel des Beru­fungs­ur­teils ent­hal­ten ist, kann sich auch aus den Ent­schei­dungs­grün­den erge­ben.

Revi­si­ons­zu­las­sung – und ihre Beschrän­kung in den Urteils­grün­den

Es ent­spricht der stän­di­gen Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs, dass die Ent­schei­dungs­for­mel im Licht der Ent­schei­dungs­grün­de aus­zu­le­gen und des­halb von einer beschränk­ten Revi­si­ons­zu­las­sung aus­zu­ge­hen ist, wenn sich dies aus den Grün­den der Beschrän­kung klar ergibt.

Das ist regel­mä­ßig dann anzu­neh­men, wenn sich die vom Beru­fungs­ge­richt als zulas­sungs­re­le­vant ange­se­he­ne Fra­ge nur für einen ein­deu­tig abgrenz­ba­ren selb­stän­di­gen Teil des Streit­stoffs stellt, der Gegen­stand eines Teil­ur­teils oder eines ein­ge­schränkt ein­ge­leg­ten Rechts­mit­tels sein kann 1.

Die­se Beschrän­kung der Zulas­sung der Revi­si­on ist auch wirk­sam, wenn es sich hier­bei um einen selb­stän­di­gen Teil des Streit­stoffs in dem Sin­ne han­delt, dass die­ser in tat­säch­li­cher und recht­li­cher Hin­sicht unab­hän­gig von dem übri­gen Streit­stoff beur­teilt wer­den und (auch) im Fal­le einer Zurück­ver­wei­sung kein Wider­spruch zum nicht anfecht­ba­ren Teil des Streit­stoffs auf­tre­ten kann 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 5. Dezem­ber 2018 – VIII ZR 67/​18

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 10.10.2017 – VI ZR 520/​16, NJW 2018, 402 Rn. 9; vom 24.10.2017 – II ZR 16/​16, WM 2017, 2363 Rn. 9; Beschlüs­se vom 10.04.2018 – VIII ZR 247/​17, NJW 2018, 1880 Rn. 10; vom 12.06.2018 – VIII ZR 121/​17, WuM 2018, 723 Rn. 5; jeweils mwN[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 15.03.2017 – VIII ZR 295/​15, NJW 2017, 2679 Rn. 13 f.; vom 10.04.2018 – VIII ZR 247/​17, aaO Rn.20 f.; BGH, Beschluss vom 12.06.2018 – VIII ZR 121/​17, aaO Rn. 6 f.; jeweils mwN[]