Revi­si­ons­zu­las­sung – zur Siche­rung zukünf­tig ein­heit­li­cher Recht­spre­chung beim OLG

Die Revi­si­on ist zur Siche­rung der Ein­heit­lich­keit der Recht­spre­chung wegen Diver­genz zuzu­las­sen, wenn in der Ent­schei­dung des Beru­fungs­ge­richts ein abs­trak­ter Rechts­satz auf­ge­stellt wird, der von einem in ande­ren Ent­schei­dun­gen eines höhe­ren oder eines gleich­ge­ord­ne­ten Gerichts auf­ge­stell­ten abs­trak­ten Rechts­satz abweicht 1.

Revi­si­ons­zu­las­sung – zur Siche­rung zukünf­tig ein­heit­li­cher Recht­spre­chung beim OLG

Eine sol­che Abwei­chung von einem in einer ande­ren Ent­schei­dung auf­ge­stell­ten Rechts­satz liegt nicht schon des­halb vor, weil ande­re Bun­des­ge­richts­ho­fe des glei­chen Gerichts nach der Ent­schei­dung des Beru­fungs­ge­richts eine abwei­chen­de Ent­schei­dung tref­fen könn­ten. Ein Rechts­satz, von dem abge­wi­chen wird, liegt damit noch nicht vor.

Eine Abwei­chung setzt begriffs­not­wen­dig vor­aus, dass die anders lau­ten­de Ent­schei­dung bereits bei Erlass des ange­foch­te­nen Urteils exis­tent ist 2.

Hin­zu kam in dem hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall, dass aus der Ent­schei­dung des Kam­mer­ge­richts 3 nicht erkenn­bar war, dass die mög­li­che Abwei­chung auf einem ande­ren Rechts­satz und nicht auf unter­schied­li­chen tatrich­ter­li­chen Fest­stel­lun­gen beruht. Wenn gegen­sätz­li­che Urtei­le auf einer unter­schied­li­chen Wür­di­gung des jeweils vor­ge­tra­ge­nen Sach­ver­halts in tat­säch­li­cher Hin­sicht beru­hen, begrün­det dies kei­ne Diver­genz 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 28. Juni 2016 – II ZR 290/​15

  1. BGH, Beschluss vom 29.05.2002 – V ZB 11/​02, BGHZ 151, 42, 45; Beschluss vom 01.10.2002 – XI ZR 71/​02, BGHZ 152, 182, 186[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 22.09.2008 – II ZR 235/​07, DStR 2008, 2228 Rn. 10[]
  3. KG, Urteil vom 20.07.2015 – 19 U 112/​11[]
  4. BGH, Beschluss vom 09.07.2007 – II ZR 95/​06, ZIP 2007, 2074 Rn. 2[]