Rich­ter­li­cher Hin­weis

Ein rich­ter­li­cher Hin­weis erfüllt nur dann sei­nen Zweck, Unklar­hei­ten, Unvoll­stän­dig­kei­ten und Irr­tü­mer aus­zu­räu­men, wenn er recht­zei­tig erteilt wird und gezielt den feh­len­den Sach­vor­trag anspricht, den das Gericht als ent­schei­dungs­er­heb­lich ansieht.

Rich­ter­li­cher Hin­weis

Das Gericht erfüllt sei­ne Hin­weis­pflicht gemäß § 139 Abs. 1 ZPO nicht, wenn es vor der münd­li­chen Ver­hand­lung ledig­lich all­ge­mei­ne und pau­scha­le Hin­wei­se erteilt. Es muss die Par­tei­en viel­mehr auf den feh­len­den Sach­vor­trag, den es als ent­schei­dungs­er­heb­lich ansieht, unmiss­ver­ständ­lich hin­wei­sen und ihnen die Mög­lich­keit eröff­nen, ihren Vor­trag sach­dien­lich zu ergän­zen 1. Ein rich­ter­li­cher Hin­weis erfüllt nur dann sei­nen Zweck, Unklar­hei­ten, Unvoll­stän­dig­kei­ten und Irr­tü­mer aus­zu­räu­men, wenn er gezielt und kon­kret den ein­zel­nen Man­gel anspricht.

Nach stän­di­ger höchst­rich­ter­li­cher Recht­spre­chung genügt eine Par­tei ihrer Dar­le­gungs­last bereits dann, wenn sie Tat­sa­chen vor­trägt, die in Ver­bin­dung mit einem Rechts­satz geeig­net sind, das gel­tend gemach­te Recht als in ihrer Per­son ent­stan­den erschei­nen zu las­sen, wobei uner­heb­lich ist, wie wahr­schein­lich die Dar­stel­lung ist und ob sie auf eige­nem Wis­sen oder einer Schluss­fol­ge­rung aus Indi­zi­en besteht. Der Pflicht zur Sub­stan­ti­ie­rung ist mit­hin nur dann nicht genügt, wenn das Gericht auf­grund der Dar­stel­lung nicht beur­tei­len kann, ob die gesetz­li­chen Vor­aus­set­zun­gen der an eine Behaup­tung geknüpf­ten Rechts­fol­ge erfüllt sind 2.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 18. April 2013 – I ZR 66/​12

  1. BGH, Urteil vom 11.02.1999 – VII ZR 399/​97, BGHZ 140, 365, 371; Urteil vom 25.06.2002 – X ZR 83/​00, NJW 2002, 3317, 3320; Beschluss vom 09.06.2005 – V ZR 271/​04, NJW 2005, 2624; MünchKomm-.ZPO/Wagner, 4. Aufl., § 139 Rn.20; Prüt­ting in Prütting/​Gehrlein, ZPO, 4. Aufl., § 139 Rn. 8[]
  2. BGH, Urteil vom 25.07.2005 – II ZR 199/​03, WM 2005, 1847, 1848; Urteil vom 02.02.2012 I ZR 81/​10, GRUR 2012, 945 Rn. 33 = WRP 2012, 1222 Tri­benuron­me­thyl, mwN[]