Rück­ab­wick­lung eines Grund­stücks­kauf­ver­tra­ges – und der Gegen­stands­wert

Der gemäß § 47 Abs. 3 GKG maß­ge­ben­de Wert bestimmt sich hin­sicht­lich der ver­lang­ten Grund­stücks­her­aus­ga­be nach dem Ver­kehrs­wert des Grund­stücks, § 48 Abs. 1 GKG i.V.m. § 6 ZPO.

Rück­ab­wick­lung eines Grund­stücks­kauf­ver­tra­ges – und der Gegen­stands­wert

Da bei einem syn­al­lag­ma­ti­schen Aus­tausch­ver­hält­nis die Ver­mu­tung besteht, dass Leis­tung und Gegen­leis­tung gleich­wer­tig sind [1], kann das Gericht den Ver­kehrs­wert des Grund­stücks ent­spre­chend dem gezahl­ten Kauf­preis bemes­sen.

Das – von dem Klä­ger bestrit­te­ne – erst­in­stanz­li­che Vor­brin­gen der Beklag­ten, sie hät­ten "ca. 60.000 € Mate­ri­al­auf­wen­dun­gen in dem Objekt ver­baut", wodurch "Wert­stei­ge­run­gen und ‑Auf­wen­dun­gen in einer Höhe von 105.000 €" erfolgt sein dürf­ten, stellt kei­ne hin­rei­chen­de Grund­la­ge für die Annah­me eines höhe­ren Ver­kehrs­wer­tes des Grund­stücks dar. Die Beklag­ten haben vor­lie­gend nicht näher prä­zi­siert, wor­in die behaup­te­ten "Mate­ri­al­auf­wen­dun­gen" bestehen. Da ein Mate­ri­al­ein­bau nicht zwangs­läu­fig mit einer Erhö­hung des Ver­kehrs­wer­tes eines Haus­grund­stücks ver­bun­den sind, lässt das Vor­brin­gen der Beklag­ten kei­ne Rück­schlüs­se dar­auf zu, ob und inwie­weit sich ihre Maß­nah­men tat­säch­lich wert­er­hö­hend aus­ge­wirkt haben.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 25. August 2016 – V ZR 9/​16

  1. BGH, Urteil vom 31.03.2006 – V ZR 51/​05, BGHZ 167, 108, 116 Rn. 24[]