Rück­flug statt Hin­flug

Die unge­prüf­te Unter­zeich­nung eines Buchungs­auf­tra­ges nach vor­he­ri­gem Tele­fo­nat stellt zumin­dest ein weit über­wie­gen­des Mit­ver­schul­den des Kun­den dar, wenn die Anga­ben auf dem Buchungs­auf­trag sich spä­ter als falsch erwei­sen. Ein mög­li­cher Scha­den­er­satz­an­spruch ist dann aus­ge­schlos­sen.

Rück­flug statt Hin­flug

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Mün­chen in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer Münch­ne­rin abge­wie­sen, die Kos­ten für zusätz­lich gebuch­te Flü­ge ersetzt bekom­men woll­te, da das tele­fo­nisch beauf­trag­te Rei­se­bü­ro angeb­lich ihre Anga­ben nicht rich­tig über­nom­men hat­te. Ende Juli 2012 rief eine Münch­ne­rin in einem Rei­se­bü­ro an und buch­te Flü­ge für sich und ihre Fami­lie von Anta­lya nach Mün­chen für Anfang Sep­tem­ber 2012. Am glei­chen Tag noch begab sie sich ins Rei­se­bü­ro, hol­te die Unter­la­gen ab und unter­schrieb die Buchung. Am Rei­se­tag stell­te die Klä­ge­rin in Anta­lya fest, dass die Flug­ti­ckets ab Mün­chen aus­ge­stellt waren. Sie muss­te daher neue Tickets erwer­ben. Die zusätz­li­chen Kos­ten in Höhe von 1070 Euro woll­te sie vom Rei­se­bü­ro ersetzt bekom­men. Schließ­lich habe sie beim Tele­fo­nat aus­drück­lich erklärt, von Anta­lya nach Mün­chen flie­gen zu wol­len und nicht umge­kehrt. Das Rei­se­bü­ro wei­ger­te sich zu bezah­len. Die Kun­din hät­te nichts der­glei­chen getan. Dar­auf­hin erhob die Rei­sen­de Kla­ge vor dem Amts­ge­richt Mün­chen.

Nach Auf­fas­sung des Amts­ge­richts Mün­chen kön­ne dahin­ge­stellt blei­ben, wel­chen Inhalt das Tele­fo­nat hat­te. Die Klä­ge­rin habe auf jeden Fall vor Ort eine Buchung unter­zeich­net, auf wel­cher unmiss­ver­ständ­lich ein Flug für vier Teil­neh­mer von Mün­chen nach Anta­lya auf­ge­führt gewe­sen sei. Soll­te sie daher tat­säch­lich im vor­he­ri­gen Tele­fo­nat etwas ande­res bestellt haben, stel­le die unge­prüf­te Unter­zeich­nung des Buchungs­auf­tra­ges zumin­dest ein weit über­wie­gen­des Mit­ver­schul­den der Klä­ge­rin dar. Ein mög­li­cher Scha­den­er­satz­an­spruch sei daher aus­ge­schlos­sen.

Amts­ge­richt Mün­chen, Urteil vom 12. April 2013 – 233 C 1004/​13