Sanie­rung von Gemein­schafts­ei­gen­tum – und die Kos­ten­tra­gung ein­zel­ner Woh­nungs­ei­gen­tü­mer

Eine Ver­pflich­tung eines ein­zel­nen Woh­nungs­ei­gen­tü­mers zur allei­ni­gen Kos­ten­tra­gung für die Sanie­rung des Gemein­schafts­ei­gen­tums kann sich schon des­halb nicht auf der Grund­la­ge von § 16 Abs. 4 WEG erge­ben, weil für die Kos­ten­ver­tei­lung allein § 16 Abs. 2 WEG maß­geb­lich ist.

Sanie­rung von Gemein­schafts­ei­gen­tum – und die Kos­ten­tra­gung ein­zel­ner Woh­nungs­ei­gen­tü­mer

Vor­lie­gend betref­fen die Män­gel den Kel­ler und die Fun­da­men­te im Bereich des Gemein­schafts­ei­gen­tums und damit kon­struk­ti­ve Tei­le des Hau­ses. Die­se die­nen dem Gebrauch aller Woh­nungs­ei­gen­tü­mer, selbst wenn die Sanie­rung in ers­ter Linie der Kel­ler­ge­schoss­woh­nung zugu­te­kommt; auch die Kos­ten einer Dach­sa­nie­rung könn­ten nicht durch Beschluss gemäß § 16 Abs. 4 WEG allein dem Eigen­tü­mer der Dach­ge­schoss­woh­nung zur Last gelegt wer­den 1.

Danach besteht der gel­tend gemach­te Anspruch auf Zustim­mung, dass die Kos­ten für die Sanie­rung der Kel­ler­ge­schoss­woh­nung – die nur auf­grund der Män­gel des gemein­schaft­li­chen Eigen­tums erfor­der­lich ist – nach Maß­ga­be der Mit­ei­gen­tums­an­tei­le antei­lig getra­gen wer­den.

Auch kann bereits im jet­zi­gen Zeit­punkt die Zustim­mung zu der Bil­dung einer Son­der­um­la­ge nach Mit­ei­gen­tums­an­tei­len gemäß § 21 Abs. 4 WEG ver­langt wer­den. Denn die Ertei­lung von Auf­trä­gen zu der Sanie­rung ent­spricht nur dann ord­nungs­mä­ßi­ger Ver­wal­tung, wenn die Auf­brin­gung der Mit­tel gesi­chert ist 2; gera­de dann, wenn finan­zi­el­le Schwie­rig­kei­ten bestehen, ist es ein Gebot ord­nungs­mä­ßi­ger Ver­wal­tung, die Mit­tel im Vor­we­ge sicher­zu­stel­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Okto­ber 2014 – V ZR 9/​14

  1. BGH, Urteil vom 18.06.2010 – V ZR 164/​09, NJW 2010, 2513 Rn. 15 mwN[]
  2. vgl. BGH, Urteil vom 08.07.2011 – V ZR 176/​10, NJW 2011, 2958 Rn. 8 aE[]