Schaden durch Rüttelplatte

Ein Bauunternehmer hat nicht für behauptete Schäden zu haften, die zeitgleich an einem Nachbargebäude bei Bauarbeiten entstanden sein sollen.

Schaden durch Rüttelplatte

So hat das Landgericht Coburg die Klage von Grundstückseigentümern gegen ein kommunales Bauunternehmen auf Schadenersatz in Höhe von 10.500 € abgewiesen. Die behaupteten Schäden am Grundstück seien nicht, wie von den Klägern behauptet, durch Arbeiten mit einer Rüttelplatte verursacht worden waren.

Das beklagte kommunale Bauunternehmen ließ Arbeiten an einer Straße, welche an das Hausgrundstück der Kläger angrenzte, durchführen, wobei eine Rüttelplatte eingesetzt wurde.

Die Kläger behaupteten, vor den Bauarbeiten hätte ihr Haus keine Schäden aufgewiesen. Während der Durchführung der Bauarbeiten hätte das Haus tagelang vibriert. Dadurch wären eine Vielzahl an Rissen und Schäden an der Verkleidung mit Klinkern entstanden.

Der gerichtlich beauftragte Sachverständige stellte fest, dass die Schäden am Wohngebäude der Kläger nicht auf die Erschütterungen aus der Tiefbaumaßnahme zurückzuführen sind. Vielmehr waren alle Schäden schon vor Beginn der Baumaßnahmen zumindest im Ansatz vorhanden. Die vorliegenden Klinkerschäden – so teilte der Sachverständige dem Gericht mit – seien völlig untypisch für Vibrationen durch Rüttelplatten. Eine Erweiterung von bereits vorhandenen Rissen könne der Sachverständige zwar nicht ausschließen, er fand aber auch keinerlei Nachweis dafür, dass es zu einer Vergrößerung bereits bestehender Schäden gekommen sei.

Landgericht Coburg, Urteil vom 5.April 2011 – 22 O 273/09

Bildnachweis: