Scha­den­er­satz im Nach­ver­fah­ren

Ergeht, etwa in einem Urkund­s­pro­zess oder einem Scheck­pro­zess, ein Vor­be­halts­ur­teil, so blie­ben dem Beklag­ten sei­ne Rech­te für das Nach­ver­fah­ren vor­be­hal­ten, dann aller­dings ohne die Beweis­mit­tel­be­schrän­kun­gen des Urkund­s­ver­fah­rens oder des Scheck­ver­fah­rens.
Soweit sich in dem Nach­ver­fah­ren ergibt, dass der Anspruch des Klä­gers unbe­grün­det war, ist das Vor­be­halts­ur­teil auf­zu­he­ben. In die­sem Fall ist der Klä­ger zum Ersatz des Scha­dens ver­pflich­tet, der dem Beklag­ten durch die Voll­stre­ckung des Vor­be­halts­ur­teils oder durch eine zur Abwen­dung der Voll­stre­ckung gemach­te Leis­tung ent­stan­den ist, § 600 Abs. 2 302 Abs. 4 ZPÖO. Der Beklag­te kann den Anspruch auf Scha­dens­er­satz in dem anhän­gi­gen Rechts­streit, also im Nach­ver­fah­ren, gel­tend machen; wird der Anspruch gel­tend gemacht, so ist er als zur Zeit der Zah­lung oder Leis­tung rechts­hän­gig gewor­den anzu­se­hen.

Scha­den­er­satz im Nach­ver­fah­ren

Die­se Vor­schrif­ten des §§ 600 Abs. 2, 302 Abs. 4 S. 3 ZPO aber geben kei­nen Anspruch auf Ersatz vor­ge­richt­li­cher Anwalts­kos­ten, wenn die außer­ge­richt­li­chen Schrei­ben des beauf­trag­ten Anwalts in kei­nem inne­ren Zusam­men­hang mit dem Scha­dens­er­satz­ver­lan­gen ste­hen, ins­be­son­de­re wenn der Anwalt sei­ner­zeit nicht erkannt und berück­sich­tigt hat, dass Voll­stre­ckungs­maß­nah­men auf­grund vor­läu­fig für voll­streck­bar erklär­ter Titel ergrif­fen wor­den waren.

Die Son­der­re­gel des §§ 600 Abs. 2, 302 Abs. 2 S. 4 ZPO über den ver­früh­ten Zins­be­ginn – Zin­sen ab Zah­lung – greift bei geson­der­ter Kla­ge nicht.

Land­ge­richt Karls­ru­he – Urteil vom 29. Janu­ar 2010 – 6 O 276/​08