Scha­dens­ab­rech­nung und Rest­wert nach Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten

Der Geschä­dig­te, der sein beschä­dig­tes Fahr­zeug nicht repa­rie­ren las­sen, son­dern es ver­äu­ßern und ein Ersatz­fahr­zeug anschaf­fen will, darf sei­ner Scha­dens­ab­rech­nung im All­ge­mei­nen den­je­ni­gen Rest­wert zugrun­de legen, den ein von ihm ein­ge­schal­te­ter Sach­ver­stän­di­ger in einem Gut­ach­ten, das eine kor­rek­te Wert­ermitt­lung erken­nen lässt, als Wert auf dem all­ge­mei­nen regio­na­len Markt ermit­telt hat.

Scha­dens­ab­rech­nung und Rest­wert nach Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten

Ande­res gilt aber dann, wenn der Geschä­dig­te für das Unfall­fahr­zeug ohne beson­de­re Anstren­gun­gen einen Erlös erzielt hat, der den vom Sach­ver­stän­di­gen geschätz­ten Betrag über­steigt.

Der zu erset­zen­de Scha­den besteht dann, wenn der Geschä­dig­te sein beschä­dig­tes Fahr­zeug nicht repa­rie­ren las­sen, son­dern es ver­äu­ßern und ein Ersatz­fahr­zeug anschaf­fen will, in der Dif­fe­renz zwi­schen dem Wie­der­be­schaf­fungs­wert und dem Rest­wert 1. Dabei darf der Geschä­dig­te sei­ner Scha­dens­ab­rech­nung im All­ge­mei­nen den­je­ni­gen Rest­wert zugrun­de legen, den ein von ihm ein­ge­schal­te­ter Sach­ver­stän­di­ger in einem Gut­ach­ten, das eine kor­rek­te Wert­ermitt­lung erken­nen lässt, als Wert auf dem all­ge­mei­nen regio­na­len Markt ermit­telt hat 2.

Ande­res gilt aber dann, wenn der Geschä­dig­te, was zur Beweis­last des Schä­di­gers steht, für das Unfall­fahr­zeug ohne beson­de­re Anstren­gun­gen einen Erlös erzielt hat, der den vom Sach­ver­stän­di­gen geschätz­ten Betrag über­steigt. In die­sem Fall hat er durch die Ver­wer­tung sei­nes Fahr­zeugs in Höhe des tat­säch­lich erziel­ten Erlö­ses den ihm ent­stan­de­nen Scha­den aus­ge­gli­chen. Da nach all­ge­mei­nen scha­dens­recht­li­chen Grund­sät­zen der Geschä­dig­te zwar vol­len Ersatz ver­lan­gen kann, an dem Scha­dens­fall aber nicht "ver­die­nen" soll, kann ihn der Schä­di­ger an dem tat­säch­lich erziel­ten Erlös fest­hal­ten 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 15. Juni 2010 – VI ZR 232/​09

  1. vgl. BGH, Urtei­le in BGHZ 115, 364, 372; 143, 189, 193; 163, 362, 365; vom 21.01.1992 – VI ZR 142/​91VersR 1992, 457; vom 06.04.1993 – VI ZR 181/​92, VersR 1993, 769; vom 07.12.2004 – VI ZR 119/​04, VersR 2005, 381; vom 07.06.2005 – VI ZR 192/​04, VersR 2005, 1257, 1258; und vom 01.06.2010 – VI ZR 316/​09[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le in BGHZ 143, 189, 193; 163, 362, 366; 171, 287, 290 f.; vom 21.01.1992 – VI ZR 142/​91, aaO, S. 458; vom 06.04.1993 – VI ZR 181/​92, aaO, S. 769 f.; vom 07.12.2004 – VI ZR 119/​04, aaO, S. 382; vom 12.07.2005 – VI ZR 132/​04, VersR 2005, 1448, 1449; vom 10.07.2007 – VI ZR 217/​06, VersR 2007, 1243 f.; vom 13.10.2009 – VI ZR 318/​08, aaO; und vom 01.06.2010 – VI ZR 316/​09[]
  3. vgl. BGH, Urtei­le vom 21.01.1992 – VI ZR 142/​91, aaO; und vom 07.12.2004 – VI ZR 119/​04, aaO[]