Scha­dens­er­satz für das auf den Zeit­raum der Arbeits­un­fä­hig­keit ent­fal­len­de Urlaubs­ent­gelt

Ver­ur­sacht der Schä­di­ger die Arbeits­un­fä­hig­keit des Geschä­dig­ten, so hat er nicht nur den ent­gan­ge­nen Ver­dienst aus abhän­gi­ger Arbeit, son­dern grund­sätz­lich auch den auf den Zeit­raum der unfall­be­ding­ten Arbeits­un­fä­hig­keit ent­fal­len­den Anteil des Urlaubs­ent­gelts zu erset­zen. Die­ser Anspruch geht gemäß § 6 Abs. 1 Ent­g­FG auf den Arbeit­ge­ber über, soweit die­ser dem Geschä­dig­ten für die Zeit sei­ner unfall­be­ding­ten Arbeits­un­fä­hig­keit bezahl­ten Urlaub gewährt hat.

Scha­dens­er­satz für das auf den Zeit­raum der Arbeits­un­fä­hig­keit ent­fal­len­de Urlaubs­ent­gelt

Der Schä­di­ger hat der Geschä­dig­ten sowohl den infol­ge ihrer unfall­be­ding­ten Arbeits­un­fä­hig­keit ent­gan­ge­nen Ver­dienst aus abhän­gi­ger Arbeit als auch grund­sätz­lich den auf den Zeit­raum ihrer unfall­be­ding­ten Arbeits­un­fä­hig­keit ent­fal­len­den Anteil des Urlaubs­ent­gelts zu erset­zen. Der Anspruch auf Zah­lung von Urlaubs­ent­gelt geht gemäß § 6 Abs. 1 Ent­g­FG auf den Arbeit­ge­ber über, soweit die­ser der Geschä­dig­ten für die Zeit ihrer unfall­be­ding­ten Arbeits­un­fä­hig­keit bezahl­ten Urlaub gewährt hat 1.

Bei der Berech­nung des vom Schä­di­ger zu erstat­ten­den antei­li­gen Urlaubs­ent­gelts ist der Gesamt­jah­res­ver­dienst auf die Jah­res­ar­beits­ta­ge unter Abzug der Urlaubs­ta­ge umzu­le­gen. Das hat sei­nen Grund dar­in, dass wäh­rend der Urlaubs­zeit nicht gear­bei­tet wird und der Jah­res­ver­dienst daher an den rest­li­chen Arbeits­ta­gen zu ver­die­nen ist. War der Arbeit­neh­mer in einem Urlaubs­jahr nur zeit­wei­lig arbeits­un­fä­hig, muss das Urlaubs­ent­gelt auf das gan­ze Jahr ver­rech­net und ent­spre­chend auf die Jah­res­ar­beits­ta­ge auf­ge­teilt wer­den, wobei die Urlaubs­zeit in Abzug zu brin­gen ist 2. In einem ers­ten Schritt ist dem­entspre­chend das auf ein Urlaubs­jahr ent­fal­len­de Urlaubs­ent­gelt zu ermit­teln wie folgt:

Urlaubsentgelt_1

In einem zwei­ten Schritt ist der antei­li­ge Betrag bei zeit­wei­li­ger Arbeits­un­fä­hig­keit zu ermit­teln wie folgt:

Urlaubsentgelt_2

Die­se Berech­nung geht davon aus, dass der Geschä­dig­te den gesam­ten ihm zuste­hen­den Jah­res­ur­laub genom­men hat. Hat er ledig­lich einen Anteil davon genom­men, ist der im zwei­ten Schritt ermit­tel­te Betrag ent­spre­chend zu redu­zie­ren.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 13. August 2013 – VI ZR 389/​12

  1. vgl. BGH, Urtei­le vom 04.07.1972 – VI ZR 114/​71, BGHZ 59, 109, 111 ff.; vom 13.05.1986 – VI ZR 80/​85, VersR 1986, 968, 969; vom 07.05.1996 – VI ZR 102/​95, BGHZ 133, 1, 9[]
  2. vgl. BGH, Urtei­le vom 04.07.1972 – VI ZR 114/​71, aaO, S. 115; vom 07.05.1996 – VI ZR 102/​95, aaO[]