Scha­dens­er­satz für einen zu schlau­en Hund

Über zwei Instan­zen strit­ten sich Hal­ter und Opfer eines beson­ders klu­gen Schä­fer­hun­des, der ein Mäd­chen in Angst und Schre­cken ver­setzt hat. Rocky, so heißt das Tier, wur­de auf einem rund­um geschlos­se­nen Hof gehal­ten, der durch ein schwe­res Roll­tor zur Stra­ße hin gesi­chert war. So dach­te jeden­falls der Herr und Hal­ter des Hun­des, der jedoch die Talen­te sei­nes Hun­des unter­schätz­te. Als das Mäd­chen, die Klä­ge­rin, am Tor vor­bei­ging, beschloss Rocky, ihr Gesell­schaft zu leis­ten. Er schob das Tor, das nicht abge­schlos­sen war, mit sei­ner Schnau­ze zur Sei­te, freu­te sich über sei­ne Frei­heit und sprang dem Mäd­chen bel­lend nach. Die­ses wie­der­um sah sich von dem Aus­rei­ßer bedroht, nahm sei­ner­seits Reiß­aus und kam in der Auf­re­gung so unglück­lich zu Fall, dass sie sich an den Zäh­nen ver­letz­te. Zudem erlitt die Klei­ne einen Schock, so dass sie seit­dem unter Angst­zu­stän­den lei­det.

Scha­dens­er­satz für einen zu schlau­en Hund

Schon das Land­ge­richt Fran­ken­thal ver­ur­teil­te den Hun­de­hal­ter auf Scha­dens­er­satz und Schmer­zens­geld. Ver­geb­lich hat­te sich der Beklag­te dar­auf beru­fen, er habe nicht mit Rockys Cle­ver­ness rech­nen müs­sen. Das Gericht warf ihm vor, das Tor nicht aus­rei­chend gesi­chert zu haben und sah im Nach­sprin­gen des Hun­des eine typisch tier­spe­zi­fi­sche Gefähr­dung, die den Sturz des Mäd­chens aus­lös­te. Die Beru­fung des Beklag­ten zum Ober­lan­des­ge­richt führ­te ledig­lich zu einer Her­ab­set­zung des Schmer­zens­gel­des. Der 4. Zivil­se­nat beließ es bei der Haf­tung des Hun­de­hal­ters und sprach für die Zahn­ver­let­zung und den Hund­hor­ror ins­ge­samt 2500 ? zu.

Pfäl­zi­sches Ober­lan­des­ge­richt Zwei­brü­cken, Urteil vom 4. Janu­ar 2007 – 4 U 22/​06