Scha­dens­er­satz – und die erspar­ten eige­nen Auf­wen­dun­gen

Sofern die zur Behe­bung des Man­gels erfor­der­li­chen Arbei­ten von den Käu­fern auch bei einer man­gel­frei­en Leis­tung durch­ge­führt wor­den wären, ist dies unter dem Gesichts­punkt der Vor­teils­aus­glei­chung zu berück­sich­ti­gen.

Scha­dens­er­satz – und die erspar­ten eige­nen Auf­wen­dun­gen

Nach dem scha­dens­recht­li­chen Berei­che­rungs­ver­bot soll der Geschä­dig­te nicht bes­ser gestellt wer­den, als er ohne das schä­di­gen­de Ereig­nis stün­de [1].

Im Kauf­recht führt dies dazu, dass der Käu­fer einer man­gel­haf­ten Sache grund­sätz­lich nicht bes­ser ste­hen darf, als er bei ord­nungs­ge­mä­ßer Ver­trags­er­fül­lung stün­de [2].

Scha­dens­min­dernd zu berück­sich­ti­gen sind jedoch nur sol­che Vor­tei­le, deren Anrech­nung mit dem jewei­li­gen Zweck des Ersatz­an­spruchs über­ein­stimmt, so dass sie dem Geschä­dig­ten zumut­bar ist und den Schä­di­ger nicht unbil­lig ent­las­tet. Vor- und Nach­tei­le müs­sen bei wer­ten­der Betrach­tung gleich­sam zu einer Rech­nungs­ein­heit ver­bun­den sein [3].

Die­se Vor­aus­set­zun­gen lie­gen regel­mä­ßig vor, soweit der Geschä­dig­te durch die Scha­dens­be­sei­ti­gung eige­ne Auf­wen­dun­gen erspart [4].

Im vor­lie­gen­den Fall führt die Besei­ti­gung des Schwamm­be­falls dazu, dass auch Sanie­rungs­ar­bei­ten durch­ge­führt wer­den, wel­che ohne­hin geplant waren. Die dadurch erspar­ten eige­nen Auf­wen­dun­gen muss sich die Käu­fe­rin von den Män­gel­be­sei­ti­gungs­kos­ten, wel­che den gesam­ten zur Män­gel­be­sei­ti­gung erfor­der­li­chen Betrag umfas­sen, abzie­hen las­sen. Der Vor­teils­aus­gleich beruht auf dem Gedan­ken von Treu und Glau­ben (§ 242 BGB) und erfor­dert eine wer­ten­de Betrach­tung [5]. Für die Käu­fe­rin wäre es ein unver­dien­ter Vor­teil, wenn sie die ohne­hin vor­ge­se­he­nen Sanie­rungs­ar­bei­ten teil­wei­se auf Kos­ten der Ver­käu­fer durch­füh­ren könn­te.

Die Dar­le­gungs- und Beweis­last für erspar­te Auf­wen­dun­gen der Käu­fer, wel­che nach dem Vor­ge­sag­ten anspruchs­min­dernd zu berück­sich­ti­gen sind, tra­gen die Ver­käu­fer [6]. Die Käu­fe­rin trifft jedoch eine sekun­dä­re Dar­le­gungs­last, da die Ver­käu­fer außer­halb des von ihnen dar­zu­le­gen­den Gesche­hens­ab­laufs ste­hen und der Käu­fe­rin nähe­re Anga­ben zumut­bar sind [7]. Die Käuf­rin ist des­we­gen gehal­ten, die für die Berech­nung des Vor­teils­aus­gleichs durch die Ver­käu­fer erfor­der­li­chen Tat­sa­chen vor­zu­tra­gen [8].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 20. Mai 2014 – VI ZR 187/​13

  1. BGH, Urteil vom 28.06.2007 – VII ZR 81/​06, BGHZ 173, 83 Rn. 18 mwN; vgl. BGH, Urteil vom 25.01.2013 – V ZR 118/​11, NJW-RR 2013, 825 Rn. 11[]
  2. BGH, Urteil vom 25.01.2013 – V ZR 118/​11, NJW-RR 2013, 825 Rn. 13, 16[]
  3. BGH, Urteil vom 17.10.2003 – V ZR 84/​02, NJW-RR 2004, 79, 80; BGH, Urteil vom 28.06.2007 – VII ZR 81/​06, BGHZ 173, 83 Rn. 18 mwN[]
  4. Staudinger/​Schiemann, BGB [2005], § 249 Rn. 168; Bamberger/​Roth/​Schubert, BGB, 3. Aufl., § 249 Rn. 137 mwN; Palandt/​Grüneberg, BGB, 73. Aufl., vor 249 Rn. 93; Lange/​Schiemann, Scha­dens­er­satz, 3. Aufl., S. 503 f.[]
  5. BGH, Ver­säum­nis­ur­teil vom 01.08.2013 – – VII ZR 75/​11, NJW 2013, 3297, Rn. 22, BGH, Urteil vom 28.06.2007 – – VII ZR 81/​06, BGHZ 173, 83 Rn. 18 mwN[]
  6. vgl. BGH, Urteil vom 17.10.2003 – V ZR 84/​02, NJW-RR 2004, 79, 81[]
  7. vgl. BGH, Urteil vom 28.06.2011 KZR 75/​10, NJW 2012, 928 Rn. 71; BGH, Urteil vom 31.05.2010 – II ZR 30/​09, NJW 2010, 2506 Rn. 26[]
  8. vgl. BGH, Urteil vom 31.05.2010 – II ZR 30/​09, NJW 2010, 2506 Rn. 26[]