Scha­dens­er­satz – und die gezo­ge­nen Steu­er­vor­tei­le

Bei der Betrach­tung mög­li­cher Steu­er­vor­tei­le muss berück­sich­tigt wer­den, ob dem Geschä­dig­ten aus der Zuer­ken­nung des Scha­dens­er­satz­an­spruchs und des­sen Gestal­tung steu­er­li­che Nach­tei­le erwach­sen.

Scha­dens­er­satz – und die gezo­ge­nen Steu­er­vor­tei­le

Erstat­tungs­be­trä­ge, die Wer­bungs­kos­ten erset­zen, aus denen der Geschä­dig­te Steu­er­vor­tei­le erzielt hat, sind im Jahr ihres Zuflus­ses steu­er­pflich­ti­ge Ein­nah­men der Ein­kunfts­art, bei der die Auf­wen­dun­gen vor­her als Wer­bungs­kos­ten abge­zo­gen wor­den sind 1. Vor­ste­hen­des gilt auch für steu­er­li­che Abzü­ge, die im Rah­men des Erwerbs von zu sanie­ren­den denk­mal­ge­schütz­ten Gebäu­den erzielt wur­den 2.

Da das Gericht über die Höhe des Scha­dens unter Wür­di­gung aller Umstän­de des Ein­zel­falls nach frei­er Über­zeu­gung zu ent­schei­den hat (§ 287 Abs. 1 ZPO) und eine exak­te Errech­nung von Steu­er­vor­tei­len unter Gegen­über­stel­lung der tat­säch­li­chen mit einer hypo­the­ti­schen Ver­mö­gens­la­ge ange­sichts der viel­fäl­ti­gen Beson­der­hei­ten der kon­kre­ten Besteue­rung häu­fig einen unver­hält­nis­mä­ßi­gen Auf­wand erfor­dert, müs­sen in der Regel kei­ne Fest­stel­lun­gen dazu getrof­fen wer­den, in wel­cher genau­en Höhe sich die Ver­steue­rung der Scha­dens­er­satz­leis­tung aus­wirkt.

Etwas ande­res gilt nur, wenn der Schä­di­ger Umstän­de dar­legt, auf deren Grund­la­ge dem Geschä­dig­ten auch unter Berück­sich­ti­gung der Steu­er­bar­keit der Ersatz­leis­tung der­art außer­ge­wöhn­lich hohe Steu­er­vor­tei­le ver­blei­ben, dass es unbil­lig wäre, ihm die­se zu belas­sen. Die Dar­le­gungs- und Beweis­last für das Vor­lie­gen anre­chen­ba­rer außer­ge­wöhn­li­cher Steu­er­vor­tei­le trägt der Schä­di­ger 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. August 2018 – III ZR 29/​18

  1. BGH, Urteil vom 20.08.2015 – III ZR 57/​14, WM 2015, 1803 Rn. 15; BGH, Urteil vom 26.01.2012 – VII ZR 154/​10, WM 2012, 1790 Rn. 11; jeweils mwN[]
  2. BGH, Urteil vom 26.01.2012 aaO[]
  3. BGH, Urteil vom 15.07.2010 – III ZR 336/​08, BGHZ 186, 205 Rn. 36 ff; BGH, Urtei­le vom 28.01.2014 – XI ZR 495/​12, NJW 2014, 994 Rn. 11; und vom 26.01.2012 aaO Rn. 23[]