Scha­dens­er­satz – und die Ver­jäh­rungs­hem­mung einer ver­deck­ten Teilklage

Zwar erstreckt sich die Hem­mung bei einer „ver­deck­ten Teil­kla­ge“, das heißt einer sol­chen, bei der weder für die Beklag­ten­sei­te noch für das Gericht erkenn­bar ist, dass die bezif­fer­te For­de­rung nicht den Gesamt­scha­den abdeckt, grund­sätz­lich nur auf den gel­tend gemach­ten Anspruch im bean­trag­ten Umfang.

Scha­dens­er­satz – und die Ver­jäh­rungs­hem­mung einer ver­deck­ten Teilklage

Etwas ande­res gilt für die Anwen­dung des § 204 Abs. 1 Nr. 1 BGB auf Scha­dens­er­satz­an­sprü­che aber, wenn mit der Kla­ge von Anfang an ein bestimm­ter Anspruch in vol­lem Umfang gel­tend gemacht wird und sich dann Umfang und Aus­prä­gung des Kla­ge­an­spruchs ändern, nicht aber der Anspruchsgrund.

Der Scha­dens­er­satz­klä­ger klagt dann nicht eine Geld­sum­me, son­dern den Scha­den ein und hemmt damit die Ver­jäh­rung der Ersatz­for­de­rung in ihrem betrags­mä­ßig wech­seln­den Bestand.

Für die end­gül­ti­ge Bemes­sung des Scha­dens ist der Zeit­punkt der letz­ten münd­li­chen Ver­hand­lung maß­ge­bend, auf Grund derer das Urteil ergeht, so dass dem Umfang der Ver­jäh­rungs­wir­kung daher durch den ursprüng­lich bezif­fer­ten Leis­tungs­an­trag kei­ne Gren­zen gezo­gen wer­den [1].

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 29. Okto­ber 2020 – IX ZR 10/​20

  1. BGH, Urteil vom 08.01.2014 – XII ZR 12/​13, NJW 2014, 920 Rn. 25; vgl. auch Urteil vom 02.05.2002 – III ZR 135/​01, BGHZ 151, 1, 2 ff[]

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