Schmer­zens­geld – und die Fest­stel­lun­gen zu den wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se

Die Ver­ei­nig­ten Gro­ßen Sena­te des Bun­des­ge­richts­hofs haben ent­schie­den, dass bei der Bemes­sung einer bil­li­gen Ent­schä­di­gung in Geld nach § 253 Abs. 2 BGB alle Umstän­de des Fal­les berück­sich­tigt und dabei die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se des Schä­di­gers und des Geschä­dig­ten nicht von vorn­her­ein aus­ge­schlos­sen wer­den kön­nen 1.

Schmer­zens­geld – und die Fest­stel­lun­gen zu den wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se

Gebo­ten sind Fest­stel­lun­gen zu den wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­sen und deren Ein­fluss auf die Bemes­sung der bil­li­gen Ent­schä­di­gung aller­dings nur, wenn die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se dem Ein­zel­fall ein beson­de­res Geprä­ge geben und des­halb bei der Ent­schei­dung aus­nahms­wei­se berück­sich­tigt wer­den muss­ten 2.

Aus die­sen Maß­stä­ben lässt sich jedoch nicht die Annah­me eines Rechts­feh­lers fol­gern, wenn der Tatrich­ter die wirt­schaft­li­chen Ver­hält­nis­se des Ange­klag­ten berück­sich­tigt, ohne dass die­se dem Fall ihr beson­de­res Geprä­ge geben 3.

Dies ergibt sich ins­be­son­de­re nicht aus der Ent­schei­dung der Ver­ei­nig­ten Gro­ßen Sena­te vom 16.09.2016. Dort wird im Gegen­teil dar­auf abge­stellt, dass das Gesetz in § 253 Abs. 2 BGB bei dem Aus­gleich imma­te­ri­el­ler Schä­den gera­de kei­ne star­re Rege­lung, son­dern eine bil­li­ge Ent­schä­di­gung vor­sieht, ohne dem Tatrich­ter hin­sicht­lich der zu berück­sich­ti­gen­den oder berück­sich­ti­gungs­fä­hi­gen Umstän­de Vor­ga­ben zu machen 4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 11. Juli 2017 – 3 StR 231/​17

  1. BGH, Beschluss vom 16.09.2016 – VGS 1/​16 29[]
  2. vgl. BGH aaO Rn. 72[]
  3. so aber BGH, Beschluss vom 11.05.2017 – 2 StR 324/​14 10[]
  4. BGH, Beschluss vom 16.09.2016 – VGS 1/​16 46[]