Schnee­fang­git­ter in Han­no­ver

Das Anbrin­gen von Schnee­fang­git­tern ist in Han­no­ver den Haus­ei­gen­tü­mern nicht vor­ge­schrie­ben und sie sind nicht orts­üb­lich. Bei extre­men Wit­te­rungs­be­din­gun­gen und der bekann­ten Gefahr von Dach­la­wi­nen obliegt es den Auto­fah­rern, nicht an Stel­len zu par­ken, die durch Dach­la­wi­nen gefähr­det sein könn­ten.

Schnee­fang­git­ter in Han­no­ver

Mit die­ser Begrün­dung hat das Amts­ge­richt Han­no­ver in dem hier vor­lie­gen­den Fall die Kla­ge einer Auto­fah­re­rin abge­wie­sen, deren Fahr­zeug durch eine Dach­la­wi­ne beschä­digt wor­den ist und Scha­dens­er­satz ein­ge­klagt hat. Der PKW Ford Ka der Klä­ge­rin wur­de in der Nacht vom 30. zum 31.12.2010 durch eine Dach­la­wi­ne beschä­digt. Der Wagen erlitt Beschä­di­gun­gen an der Front­schei­be, der Dach­haut und am Dach­him­mel. Der Scha­den betrug 2368,46 Euro. Die Klä­ge­rin nimmt den Eigen­tü­mer des Hau­ses, von des­sen Dach die Schnee­la­wi­ne her­ab­ge­stürzt war, wegen Ver­let­zung einer Ver­kehrs­si­che­rungs­pflicht in Anspruch, da die­ser nach ihrer Auf­fas­sung ein Schnee­fang­git­ter hät­te anbrin­gen müs­sen.

In sei­ner Urteils­be­grün­dung hat das Amts­ge­richt Han­no­ver aus­ge­führt, dass es in Han­no­ver kei­ne gene­rel­le Ver­pflich­tung zur Anbrin­gung von Schnee­fang­git­tern gibt. Weder ist dies Eigen­tü­mern gesetz­lich vor­ge­schrie­ben, noch sind der­ar­ti­ge Maß­nah­men in Han­no­ver orts­üb­lich. Dabei ist zu Beden­ken, dass der Win­ter 2010/​2011 beson­ders extre­me Schnee- und Wit­te­rungs­be­din­gun­gen bereit­hielt. Soll­ten die­se in Zukunft die Regel wer­den, müss­te die Fra­ge der Erfor­der­lich­keit von Schnee­fang­git­tern in Zukunft mög­li­cher­wei­se anders ent­schie­den wer­den.

Im kon­kre­ten Fall waren die extre­men Wit­te­rungs­be­din­gun­gen und die Gefahr von Dach­la­wi­nen bekannt gewe­sen, inso­weit hät­te es der Klä­ge­rin oble­gen, nicht an Stel­len zu par­ken, die durch Dach­la­wi­nen gefähr­det sein könn­ten.

Amts­ge­richt Han­no­ver, Urteil vom 15. Juli 2014 – 438 C 12642/​13