Schrift­form – und die Unter­schrift eines Ver­tre­ters

Für die Ein­hal­tung der Schrift­form ist es erfor­der­lich, dass alle Ver­trags­par­tei­en die Ver­trags­ur­kun­de unter­zeich­nen1. Unter­zeich­net für eine Ver­trags­par­tei ein Ver­tre­ter den Miet­ver­trag, muss dies aus der Urkun­de hin­rei­chend deut­lich zum Aus­druck kom­men2.

Schrift­form – und die Unter­schrift eines Ver­tre­ters

Dies gilt aber nur, wenn nach dem Erschei­nungs­bild der Urkun­de die Unter­schrift des Unter­zeich­ners in sei­ner Eigen­schaft als Mit­glied des mehr­glied­ri­gen Organs abge­ge­ben ist. Nur dann erweckt die Urkun­de den Anschein, es könn­ten noch wei­te­re Unter­schrif­ten, näm­lich die­je­ni­gen der übri­gen Organ­mit­glie­der, feh­len3.

Im vor­lie­gen­den Fall hat das Land­ge­richt den Miet­ver­trag dahin­ge­hend aus­ge­legt, dass der Ver­trag von G. nicht als Ver­tre­ter der Mit­ei­gen­tü­mer­ge­mein­schaft, son­dern in eige­nem Namen abge­schlos­sen wor­den ist. Die­ser Aus­le­gung, die aus Rechts­grün­den nicht zu bean­stan­den ist, hat sich das Beru­fungs­ge­richt ange­schlos­sen. Nach dem äuße­ren Anschein der Ver­trags­ur­kun­de war dem­nach ein Ver­tre­tungs­zu­satz neben der Unter­schrifts­leis­tung nicht erfor­der­lich.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 17. Juni 2015 – XII ZR 98/​13

  1. vgl. BGH, Urteil BGHZ 176, 301, 307 = NJW 2008, 2178 Rn. 24
  2. BGH, Urteil vom 22.04.2015 XII ZR 55/​14 – Juris Rn. 14 ff., 24
  3. vgl. BGH, Urtei­le BGHZ 183, 67 = NJW 2010, 1453 Rn. 14; und vom 16.07.2003 XII ZR 65/​02 NJW 2003, 3053, 3054