Skon­to bei Last­schrift

Zur im Ein­zel­fall gege­be­nen Mög­lich­keit, von einer Ver­ein­ba­rung, die For­de­rung durch Last­schrift ein­zu­zie­hen, Abstand zu neh­men.

Skon­to bei Last­schrift

Berech­tigt die Ertei­lung eines Ein­zie­hungs­er­mäch­ti­gung zum Abzug von Skon­to? Mit die­ser Fra­ge hat­te sich jetzt der Bun­des­ge­richts­hof zu befas­sen. Sei­ne Ant­wort: Ja. Aber: Der Zah­lung im Sin­ne der Skon­to­ver­ein­ba­rung steht nicht in jedem Fall gleich, dass der Schuld­ner eine Ein­zie­hungs­er­mäch­ti­gung über­ge­ben hat.

Zwar hat der Schuld­ner, der ver­ein­ba­rungs­ge­mäß eine Ein­zie­hungs­er­mäch­ti­gung erteilt, grund­sätz­lich das zur Erfül­lung sei­ner Schuld Erfor­der­li­che getan, wenn sein Kon­to die not­wen­di­ge Deckung auf­weist. Im Regel­fall über­nimmt der Gläu­bi­ger die Ver­ant­wor­tung für die recht­zei­ti­ge Zah­lung und das damit ver­bun­de­ne Risi­ko [1].

Die­se Grund­sät­ze sind jedoch nicht in jedem Fall anwend­bar, nament­lich dann nicht, wenn die Ver­ein­ba­rung, die For­de­rung durch Last­schrift ein­zu­zie­hen, nicht dem Zweck dien­te, dem Gläu­bi­ger die Ver­ant­wor­tung für den Ein­zug der For­de­rung auf­zu­er­le­gen, son­dern etwa durch die bei einer Last­schrift gege­be­ne Wider­rufs­mög­lich­keit eine Sicher­heit für den Schuld­ner zu schaf­fen.

So ver­hielt es sich auch in dem jetzt vom BGH ent­schie­de­nen Fall. Dort hat­te der Schuld­ner bei Ver­trags­schuld dem Gläu­bi­ger zusätz­lich noch eine Bürg­schaft über­ge­ben und durch die Last­schrift-Ein­zugs­er­mäch­ti­gung soll­te dem Schuld­ner die Mög­lich­keit ver­schafft wer­den, eine even­tu­el­le Last­schrift im Hin­blick auf das von ihm ange­nom­me­ne Risi­ko einer dop­pel­ten Belas­tung durch die Bürg­schaft zu wider­ru­fen. Die Ver­ein­ba­rung der Last­schrift dien­te also in die­sem allein der Siche­rung des Schuld­ners. In einem der­ar­ti­gen Fall, in dem zudem bei Über­ga­be der Last­schrift nicht geklärt war, ob die Ein­zie­hung über die eige­ne Bank über­haupt mög­lich ist, kann nicht ange­nom­men wer­den, dass die Par­tei­en dem Gläu­bi­ger das Risi­ko des recht­zei­ti­gen Ein­zugs mit der Fol­ge auf­er­le­gen woll­ten, dass die Zah­lung mit Über­ga­be der Ein­zie­hungs­er­mäch­ti­gung bewirkt ist, obwohl die Ein­zie­hung infol­ge der Wei­ge­rung der Haus­bank nicht mög­lich ist. Dar­aus folgt auch ohne wei­te­res, dass der Gläu­bi­ger nicht an die Ver­ein­ba­rung gebun­den war, wenn die Haus­bank die Ein­zie­hung ver­wei­ger­te.

Bun­des­ge­richts­hof, Urteil vom 26. Febru­ar 2009 – VII ZR 73/​08

  1. BGH, Urteil vom 19. Okto­ber 1977 – IV ZR 149/​76, BGHZ 69, 361, 366[]