Steu­er­klas­sen­wahl in der Insol­venz

Ver­hei­ra­te­te und nciht getrennt leben­de Ehe­gat­ten kön­nen regel­mä­ßig wäh­len, ob sie bei­de die Lohn­steu­er­klas­se IV wäh­len oder aber ein Ehe­gat­te die (nied­ri­ger besteu­er­te) Steu­er­klas­se III und der ande­re Ehe­gat­te die (mit einem höhe­ren Lohn­steu­er­satz belas­te­te) Steu­er­klas­se V.

Steu­er­klas­sen­wahl in der Insol­venz

Wäh­rend Ehe­gat­ten die­se Wahl nor­ma­ler­wei­se unter dem Gesichts­punkt tref­fen, wel­che der bei­den Alter­na­ti­ven in der Sum­me zum höhe­ren Net­to­ein­kom­men führt, wird die­ses Argu­ment teil­wei­se aber auch von ande­ren Über­le­gun­gen – etwa einer für einen der Ehe­gat­ten dro­hen­den Arbeits­lo­sig­keit oder aber eine anste­hen­de Eltern­zeit – über­la­gert. Ist einer der Ehe­gat­ten in der Insol­venz, beein­flusst die Wahl der Steu­er­klas­sen auch unmit­tel­bar die Höhe des an den Insol­venz­ver­wal­ter bzw. Treu­hän­der abzu­füh­ren­den Lohn­an­tei­le. Doch hier ist bei der Steu­er­klas­sen­wahl zumin­dest dann Vor­sicht ange­sagt, da rein insol­venz­recht­li­che Grün­de bei der Steu­er­klas­sen­wahl die Rest­schuld­be­frei­ung gefähr­den kön­nen, wie ein aktu­ell vom BGH ent­schie­de­ner Fall zeigt:

Wählt der ver­hei­ra­te­te Insol­venz­schuld­ner ohne einen sach­li­chen Grund die Steu­er­klas­se V, kann dies einen Ver­stoß gegen die Erwerbs­ob­lie­gen­heit dar­stel­len.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 5. März 2009 – IX ZB 2/​07