Streit um die Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung

Bei einem Streit über die Höhe der Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung rich­tet sich der Gegen­stands­wert auch für die Gebüh­ren der Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­ten eines betei­lig­ten Gläu­bi­gers nach der strei­ti­gen Ver­gü­tung und nicht nach der vom Gläu­bi­ger erstreb­ten Ver­bes­se­rung sei­ner Befrie­di­gung.

Streit um die Insol­venz­ver­wal­ter­ver­gü­tung

Der nach § 33 Abs. 1 RVG fest­zu­set­zen­de Wert ist gemäß § 23 Abs. 2, Abs. 3 Satz 2 RVG nach bil­li­gem Ermes­sen unter Berück­sich­ti­gung des Inter­es­ses der Beschwer­de­füh­rer zu bestim­men. Die Beschwer­de­füh­rer grei­fen die Ver­gü­tungs­fest­set­zung im hier ent­schie­de­nen Fall in vol­lem Umfang an. Maß­geb­lich für die Wert­fest­set­zung ist des­halb der fest­ge­setz­te Betrag der Ver­gü­tung. Dage­gen ist der Wert nicht nach dem Betrag zu bestim­men, um den sich die von den Beschwer­de füh­ren­den Gläu­bi­gern im Insol­venz­ver­fah­ren zu erwar­ten­de Befrie­di­gungs­quo­te im Fal­le der erstreb­ten Her­ab­set­zung der Ver­gü­tung des vor­läu­fi­gen Insol­venz­ver­wal­ters erhöht. Die Wert­vor­schrift des § 28 Abs. 3 RVG, die für eine sol­che Bemes­sung spre­chen könn­te, ist nicht auf das Ver­fah­ren über die Ver­gü­tung des (vor­läu­fi­gen) Insol­venz­ver­wal­ters zuge­schnit­ten. Die Vor­schrift ist des­halb ein­schrän­kend aus­zu­le­gen und erfasst den vor­lie­gen­den Streit nicht [1]. Der Wert ist viel­mehr für die Gebüh­ren der Bevoll­mäch­tig­ten aller Ver­fah­rens­be­tei­lig­ten ein­heit­lich nach dem strei­ti­gen Betrag der fest­ge­setz­ten Ver­gü­tung zu bestim­men.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 30. Juli 2012 – IX ZB 165/​10

  1. zu § 27 RVG vgl. BGH, Beschluss vom 08.03.2007 – V ZB 63/​06, NJW-RR 2007, 1150[]