Streit­wert eines pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges

Gemäß den §§ 3 und 9 ZPO wird der Wert eines Streits über das Bestehen eines pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges nach der 3,5fachen Jah­res­prä­mie abzüg­lich eines Fest­stel­lungs­ab­schlags von 20% fest­ge­setzt.

Streit­wert eines pri­va­ten Kran­ken­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges

Mit 50% in der Wert­fest­set­zung sind ange­kün­dig­te und ander­wei­tig rechts­hän­gi­ge Leis­tungs­an­sprü­che des Ver­si­che­rungs­neh­mers aus dem Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis ein­zu­stel­len.

So der Beschluss des Bun­des­ge­richts­hofs in einem Streit über den Fort­be­stand einer pri­va­ten Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung. Nach stän­di­ger Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richt­hofs ist der Wert eines Streits über das Bestehen eines pri­va­ten Kran­ken- und Pfle­ge­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges gemäß den §§ 3 und 9 ZPO nach der 3,5‑fachen Jah­res­prä­mie fest­zu­set­zen [1] abzüg­lich des bei posi­ti­ven Fest­stel­lungs­kla­gen übli­chen Abschlags von 20%. Die Monats­prä­mie für die Kran­ken­ver­si­che­rung ein­schließ­lich des gesetz­li­chen Bei­trags­zu­schlags und des Bei­trags zur Pfle­ge­ver­si­che­rung beträgt hier 242,68 €. Dies ergibt einen Betrag von ins­ge­samt 8.154,40 € (Jah­res­prä­mie von 2.912,16 € x 3,5 abzüg­lich 20%).

Dane­ben sind nach stän­di­ger BGH-Recht­spre­chung ange­kün­dig­te Leis­tungs­an­sprü­che des Ver­si­che­rungs­neh­mers mit Blick auf ihre noch aus­ste­hen­de Klä­rung zu 50% in die Wert­fest­set­zung ein­zu­stel­len [2]. Die­se betra­gen hier 8.500 € (17.000 € abzüg­lich 50%). Außer­dem sind ander­wei­tig rechts­hän­gi­ge Leis­tungs­an­sprü­che aus dem Ver­si­che­rungs­ver­hält­nis bei der Wert­fest­set­zung zu berück­sich­ti­gen [3], und zwar wegen des unge­wis­sen Aus­gangs der Leis­tungs­kla­ge eben­falls mit 50%. Eine Fest­stel­lungs­kla­ge über den Bestand des Ver­si­che­rungs­ver­trags ist vor­greif­lich für alle Leis­tungs­an­sprü­che aus dem Ver­trag.

Letz­te­re sind daher sämt­lich bei Berech­nung der Beschwer mit zu berück­sich­ti­gen. Es sind damit wei­te­re 6.500 € in die Wert­fest­set­zung ein­zu­be­zie­hen (13.000 € abzüg­lich 50%).

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 9. Novem­ber 2011 – IV ZR 37/​11

  1. Beschlüs­se vom 15.05.1996 – IV ZR 337/​95, r+s 1996, 332; vom 08.12.2010 – IV ZR 296/​08, VersR 2011, 237 f.[]
  2. vgl. dazu BGH, Beschluss vom 08.12.2010 – IV ZR 296/​08 aaO m.w.N.[]
  3. vgl. inso­weit auch BGH, Beschlüs­se vom 26.10.2011 – IV ZR 141/​10 und vom 08.03.2006 – IV ZB 19/​05, VersR 2006, 716 f. jeweils zum Streit­wert bei einer Fest­stel­lungs­kla­ge aus einer Rechts­schutz­ver­si­che­rung[]