Streit­wert für die Auf­las­sung eines Grund­stücks – und das Erb­bau­recht

Der Wert einer auf Auf­las­sung eines Grund­stücks gerich­te­ten Kla­ge bestimmt sich nach § 6 ZPO und damit nach dem Wert des Grund­stücks 1.

Streit­wert für die Auf­las­sung eines Grund­stücks – und das Erb­bau­recht

Im hier vom Bun­des­ge­richts­hof ent­schie­de­nen Fall betrü­ge die­ser Wert jetzt 8, 3 Mio. €, weil das Erb­bau­recht nicht mehr besteht und das Gebäu­de auf dem Grund­stück nun­mehr Bestand­teil des Grund­stücks ist. Die Klä­ge­rin bean­tragt aber mit dem ers­ten Hilfs­an­trag nicht die Rück­über­tra­gung des heu­te bestehen­den bebau­ten Grund­stücks, auf die sie bei Wirk­sam­keit des Rück­tritts nach § 346 Abs. 1 BGB auch kei­nen Anspruch hät­te, son­dern die Rück­über­tra­gung des ursprüng­lich ver­äu­ßer­ten, mit einem Erb­bau­recht belas­te­ten Grund­stücks, das ihr bei einem wirk­sa­men Rück­tritt gemäß § 346 Abs. 1 BGB unter Wie­der­be­las­tung mit einem inhalts­glei­chen Erb­bau­recht rück­über­eig­net wer­den müss­te 2. Das Gebäu­de wäre dann nach § 12 Abs. 1 Satz 2 Erb­bau­RG wie­der wie im Zeit­punkt des Ver­kaufs Bestand­teil des Erb­bau­rechts.

Der Streit­wert bemisst sich daher allein nach dem Boden­wert. Die­ser beträgt nach dem Vor­trag der Klä­ge­rin 2.866.000 €. Die­ser Betrag bestimmt als der höhe­re Wert den Streit­wert des bis­he­ri­gen Ver­fah­rens. Die für die ver­lang­te Rück­über­eig­nung des mit einem inhalts­glei­chen Erb­bau­recht wie­der­be­las­te­ten Grund­stücks zu erbrin­gen­de Gegen­leis­tung, näm­lich die Rück­zah­lung des gezahl­ten Kauf­prei­ses, bleibt nach stän­di­ger Recht­spre­chung außer Betracht 3.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 13. Febru­ar 2019 – V ZR 68/​17

  1. BGH, Beschluss vom 11.12 1981 – V ZR 49/​81, ZIP 1982, 221 f.; BGH, Beschluss vom 12.09.2000 – X ZR 89/​00, NJW-RR 2001, 518[]
  2. dazu: BGH, Urteil vom 10.10.2008 – V ZR 131/​07, BGHZ 178, 182 Rn. 18, 20 f.[]
  3. BGH, Beschluss vom 15.04.1999 – V ZR 391/​98, MDR 1999, 1022; RGZ 140, 358, 359[]