Streit­wert für die Räu­mungs­kla­ge gegen den Unter­mie­ter

Der Streit­wert der auf §§ 546 Abs.2, 985 BGB gestütz­ten Räu­mungs- und Her­aus­ga­be­kla­ge gegen den Unter­mie­ter rich­tet sich nach § 41 Abs.2 GKG, so dass grund­sätz­lich auf den vom Mie­ter an den Ver­mie­ter zu zah­len­den Haupt­miet­zins – und nicht auf den vom Unter­mie­ter an den Unter­ver­mie­ter zu zah­len­den Unter­miet­zins – abzu­stel­len ist. Stützt der Ver­mie­ter sei­nen Her­aus­ga­be­an­spruch gegen den Unter­mie­ter zumin­dest auch auf sein Eigen­tum, ist für den Streit­wert der Jah­res­nut­zungs­wert selbst dann maß­geb­lich, wenn die strei­ti­ge Zeit weni­ger als ein Jahr beträgt.

Streit­wert für die Räu­mungs­kla­ge gegen den Unter­mie­ter

Der Streit­wert der auf §§ 546 Abs. 2, 985 BGB gestütz­ten Räu­mungs- und Her­aus­ga­be­kla­ge gegen den Unter­mie­ter rich­tet sich nach § 41 Abs. 2 GKG 1. Danach ist das für die Dau­er eines Jah­res zu zah­len­de Ent­gelt maß­geb­lich. Abzu­stel­len ist dabei grund­sätz­lich nicht auf den vom Unter­mie­ter an den Unter­ver­mie­ter zu zah­len­den Unter­miet­zins, son­dern auf den vom Mie­ter an den Ver­mie­ter zu zah­len­den Haupt­miet­zins 2. Nicht maß­geb­lich dage­gen der im Räu­mungs­ver­gleich mit dem Haupt­mie­ter als Nut­zungs­ent­gelt ver­ein­bar­ten Betrag, da es sich dabei nur um ein Nut­zungs­ent­gelt und nicht um die Mie­te han­delt.

Bei der Fest­set­zung des Streit­wer­tes unbe­rück­sich­tigt blei­ben die im Miet­ver­trag ver­ein­bar­ten Betriebs- und Heiz­kos­ten­vor­aus­zah­lungs­be­trä­ge. Neben­kos­ten sind nur hin­zu­zu­rech­nen, soweit die­se in einer Pau­schal­ver­ein­ba­rung ent­hal­ten sind und kei­ner geson­der­ten Abrech­nung unter­lie­gen 3. Zu berück­sich­ti­gen ist ent­ge­gen der Auf­fas­sung des Land­ge­richts die Mehr­wert­steu­er 4.

Für die Bemes­sung des Streit­wer­tes uner­heb­lich ist der unsub­stan­ti­ier­te Ein­wand der Beklag­ten es wer­de nur ein Teil der an den Haupt­mie­ter ver­mie­te­ten Flä­che genutzt, zumal der Klä­ger die Her­aus­ga­be der gesam­ten Flä­che gel­tend gemacht hat.

Stützt der Ver­mie­ter sei­nen Her­aus­ga­be­an­spruch gegen den Unter­mie­ter zumin­dest auch auf Eigen­tum, ist für den Streit­wert der Jah­res­nut­zungs­wert auch dann maß­geb­lich, wenn die strei­ti­ge Zeit weni­ger als ein Jahr beträgt 5.

Kam­mer­ge­richt, Beschluss vom 18. Febru­ar 2013 – 8 W 10/​13

  1. OLG Frank­furt, ZMR 2012, 204; Schnei­der, NJW-Spe­zi­al 2012, 411[]
  2. Zöller/​Herget, ZPO, 28. Auf­la­ge, § 3, Rdnr. 16, Stich­wort Miet­strei­tig­kei­ten; OLG Düs­sel­dorf, MDR 1988, 126; Kam­mer­ge­richt, Beschluss vom 17.09.2009 – 8 U 71/​09; Kam­mer­ge­richt, Beschluss vom 26.11.2012 – 8 W 77/​12[]
  3. Hart­mann, Kos­ten­ge­set­ze, 41. Auf­la­ge, § 41, Rdnr. 21; OLG Düs­sel­dorf, ZMR 2006, 516[]
  4. Hart­mann, Kos­ten­ge­set­ze, a.a.O., § 41 GKG, Rdnr.20; KG, KGR Ber­lin 1999, 310[]
  5. OLG Cel­le, Info M 2012, 447[]