Streit­wert im selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­ren

Für die Bemes­sung des Streit­werts des selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­rens ist der vom Antrag­stel­ler bei Ver­fah­rens­ein­lei­tung geschätz­te Wert weder bin­dend noch maß­geb­lich; das Gericht hat viel­mehr nach Ein­ho­lung des Gut­ach­tens den "rich­ti­gen" Haupt­sa­che­wert, bezo­gen auf den Zeit­punkt der Ver­fah­rens­ein­lei­tung und das Inter­es­se des Antrag­stel­lers, fest­zu­set­zen 1.

Streit­wert im selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­ren

Gemes­sen hier­an ist für die Wert­fest­set­zung auch dann allein die Höhe der vom Sach­ver­stän­di­gen ermit­tel­ten Man­gel­be­sei­ti­gungs­kos­ten maß­geb­lich, wenn die­se den Betrag, den der Antrags­geg­ner dem Antrag­stel­ler vor Ein­lei­tung des selb­stän­di­gen Beweis­ver­fah­rens im Hin­blick auf den streit­ge­gen­ständ­li­chen Man­gel bereits gezahlt hat, nicht über­stei­gen.

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist der vom Antrag­stel­ler bei Ver­fah­rens­ein­lei­tung geschätz­te Wert weder bin­dend noch maß­geb­lich. Das Gericht hat viel­mehr nach Ein­ho­lung des Gut­ach­tens den "rich­ti­gen" Haupt­sa­che­wert, bezo­gen auf den Zeit­punkt der Ver­fah­rens­ein­lei­tung und das Inter­es­se des Antrag­stel­lers, fest­zu­set­zen. Dies kann bei­spiels­wei­se bedeu­ten, dass dann, wenn im Beweis­ver­fah­ren nicht alle behaup­te­ten Män­gel bestä­tigt wer­den, für die Streit­wert­fest­set­zung die­je­ni­gen Kos­ten zu schät­zen sind, die sich erge­ben hät­ten, wenn jene Män­gel fest­ge­stellt wor­den wären 2.

Ober­lan­des­ge­richt Cel­le, Beschluss vom 2. Sep­tem­ber 2014 – 4 W 127/​14

  1. im Anschluss an BGH, Beschluss vom 16.09.2004 – III ZB 33/​04[]
  2. vgl. BGH, Beschluss vom 16.09.2004 – III ZB 33/​04[]